Journalistenpreise
dpa

Auszeichnung für journalistischen Mut auf Frankfurter Buchmesse

Der inhaftierte türkische Journalist Ahmet Sik ist am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Raif-Badawi-Preis für mutigen Journalismus ausgezeichnet worden.

Frankfurt/Main (dpa) − Für Sik, der seit dem vergangenen Dezember wegen angeblicher Terror-Propaganda im Gefüngnis sitzt, nahm der Anwalt und Menschenrechtler Can Atalay die Auszeichnung entgegen. „Ich empfinde gleichzeitig Stolz und Trauer, diesen Preis zu erhalten. Ich sitze hinter Gittern, weil ich meinen Beruf als Journalist ausgeübt, die Wahrheit ausgesprochen und meine Meinung geäußert habe“, hieß es in der in Frankfurt verlesenen Danksagung des Journalisten.

Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum würdigte den Einsatz von Sik für einen unabhängigen Journalismus. „Eine Demokratie stirbt, wenn es keine freie Meinungsäußerung gibt“, sagte er. Von der Auszeichnung solle auch ein Signal an Sik und seine Familie ausgehen, „dass uns ihr Schicksal nicht gleichgültig ist“. Scharf kritisierte Baum die Behandlung von Journalisten in der Türkei und Saudi-Arabien, aber auch in Russland. „Mit einer Türkei, die Bürger- und Freiheitsrechte systematisch einschränkt, kann es keine Fortsetzung des Prozesses der Integration in die europäische Wertegemeinschaft geben“, betonte er.

Der von der Friedrich Naumann-Stiftung für die Freiheit vergebene Preis ist nach dem saudischen Blogger Raif Badawi benannt, der wegen islamkritischer Texte zu tausend Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt wurde. „Mein Herz trägt heute Trauer“, sagte Ensaf Haidar, Badawis Ehefrau. „Ahmet Sik und Raif teilen das gleiche Schicksal. Beide zahlen heute einen enormen Preis dafür, das freie und furchtlose Wort zu schreiben.»

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