Journalistenpreise
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Can Dündar mit Siebenpfeiffer-Preis ausgezeichnet

Der im Berliner Exil lebende Dündar kritisierte die Europäische Union, weil sie wegen des Flüchtlingszustroms zu nachsichtig mit Erdogan sei: «Wir müssen nun zusammenstehen.»

Homburg (dpa) − Der türkische Journalist Can Dündar (56) ist im saarländischen Homburg für seinen Einsatz für Demokratie und Meinungsfreiheit in der Türkei geehrt worden. «Europa hat bei all dem auch eine Verantwortung“, sagte Dündar am Sonntag, als er den Siebenpfeiffer-Preis 2017 erhielt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sei „nicht nur unser Problem, sondern das Problem des ganzen Europas.“ Der im Berliner Exil lebende Dündar kritisierte die Europäische Union, weil sie wegen des Flüchtlingszustroms zu nachsichtig mit Erdogan sei: «Wir müssen nun zusammenstehen.»

Der mit 10 000 Euro dotierte Siebenpfeiffer-Preis ist nach Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789-1845) benannt, einen der Initiatoren des Hambacher Festes, bei dem Menschen in der Pfalz 1832 für Freiheit und Demokratie demonstrierten. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sagte, die Türkei habe sich zu den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit bekannt, als sie 1999 Beitrittskandidat der EU wurde.

Bedauerlicherweise würden diese Prinzipien auch von EU-Staaten wie Polen und Ungarn heute nicht mehr respektiert. Der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Thomas Kleist, bedauerte die Verschlechterung der Lage der Journalisten in der Türkei und anderen Ländern. Die Presssefreiheit als Grundpfeiler des modernen Staatswesen sei „keineswegs so selbstverständlich, wie wir manchmal meinen“.