Corona: Stress vermindern, Zusammenarbeit verbessern

Corona: Stress vermindern, Zusammenarbeit verbessern Gudrun Jay-Bößl (re.), Maurice Müller

Um kommunikative und psychologische Auswirkungen der Corona-Krise ging es am 22. Juni in einer Online-Doppel-Session der DPRG-Landesgruppe Niedersachsen/Bremen. Hier kommen Tipps, wie Sie Stress mindern und die Zusammenarbeit im Team verbessern können.

Gut 20 Zuhörerinnen und Zuhörer wollten gerne von der Kommunikationsberaterin Gudrun Jay-Bößl wissen, was die digitale Kommunikation in der Krise und die soziale Distanz mit uns machen. Und wie man damit besser umgeht. Anschließend stellte IK-Experte Maurice Müller zwei bewährte Tools zur Online-Kollaboration vor, die kostenlos erhältlich sind und einen niedrigschwelligen Einstieg in die digitale Zusammenarbeit von Teams bieten. Das Thema kam gut an und die Zeit reichte nicht aus. Dies zeigten interessierte Rückfragen und viel positives Feedback für die Vorträge. 

 

1) Psychologische und soziale Auswirkungen der Krise

 

Die Beraterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie Gudrun Jay-Bößl zeigte in einem fundierten Vortrag, was die soziale Distanz und die vermehrte digitale Kommunikation während der Corona-Krise mit uns machen. Welche psychologischen Mechanismen im Hintergrund auf uns wirken und wie wir mit diesen psychischen und sozialen Auswirkungen besser umgehen können.

 

Was passiert da mit uns in der Krise?

 

Die aktuelle Corona-Krise verändert gerade sehr viel: Mehr Abstand, mehr soziale Distanz, mehr Vereinsamung, mehr Home-Office, mehr Digitalisierung, mehr Aufgaben - oder auch viel weniger -: viele große und kleine Veränderungen unseres "normalen" Lebens. Mehrere Faktoren von den Genen bis zu früheren Erlebnissen beeinflussen, wie ein Mensch darauf reagiert. Gudrun Jay-Bößl nannte folgende mögliche Reaktionen und stellte sie im Detail vor:

 

  • Stress und seine negativen körperlichen und psychologischen Folgen
  • Ängste bis hin zu Panikattacken
  • Retraumatisierungen
  • Aufkommen von Verschwörungstheorien
  • Abhängigkeiten (zum Beispiel Alkohol)
  • Einsamkeit und depressive Verstimmungen
  • verstärkte Konflikte

 

Für Kommunikatorinnen und Kommunikatoren ist es wichtig und hilfreich, diese Reaktionen auf Krisen und krisenähnliche Situationen zu kennen. Zum einen, um Reaktionen der Zielgruppen besser einordnen zu können. Aber natürlich auch, um mit den eigenen Reaktionen besser klarzukommen.

 

Was kann man tun, um die Auswirkungen der Krise zu bewältigen

 

Viele Menschen kommen erstaunlich gut durch die Krise. Ein paar einfache Verhaltensweisen, so der Tipp von Jay-Bößl, können schon viel Positives ausrichten, um mit den Veränderungen klarzukommen und wieder positiv in den Tag zu schauen:

 

  • Raus in die Natur – denn Grün beruhigt
  • Tagesstruktur setzen
  • Disziplin beim Medienkonsum
  • Sport und Bewegung helfen, Stress abzubauen
  • Kontakte pflegen: analog wie digital

 

Auch Methoden aus Beratung und Coaching können helfen, wie Anti-Stress-Training, der innere „Sichere Ort“ oder das Setzen und Verfolgen von Zielen. Wenn jemand merkt, dass sie oder er damit nicht mehr weiterkommt, dann ist professionelle Hilfe angesagt, zum Beispiel bei Abhängigkeiten, neurotischen Störungen oder Traumata. Hier gibt es Methoden wie die Arbeit mit inneren Glaubenssätzen, die klassische Traumatherapie EMDR (Eye Movement Desensitization Reprocessment) oder die lösungsfokussierte Traumaarbeit, die schnell helfen können.

 

Das Fazit von Gudrun Jay-Bößl: Es gibt keinen Grund zum Verzweifeln, man kann viel tun, um positiv durch und gestärkt aus der Krise zu kommen.

 

Weitere Infos: https://www.gudrun-jay-boessl.de/

 

 

2) Online zusammen arbeiten – mit Fun Retro und Trello

 

Im zweiten Vortrag stellte Maurice Müller, Experte für interne Kommunikation, "digitale Möglichkeiten der prozessorientierten Teamzusammenarbeit" vor. In Corona-Zeiten werde die digitale Kollaboration immer wichtiger. Von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werde erwartet, dass sie aus dem Home Office heraus weiter gut zusammenarbeiten. Für gute Teamprozesse seien aber Videokommunikation und Chats nur der Anfang der Zusammenarbeit aus der Ferne. Die Abstimmung über Ziele, Prozesse, Aufgaben und mehr laufe dann oft nur über E-Mail.

 

Sinnvoll und zunehmend wichtig sind aber Tools, die digitale Teamprozesse offen und transparent abbilden und die gemeinsamen Prozesse fokussieren. Daher stellte Maurice Müller zwei Tools life vor: Fun Retro und Atlassian Trello. Beide Tools hat er insbesondere deshalb ausgewählt, weil sie kostenfrei nutzbar sind und einen guten Einstieg in die prozessorientierte Online-Zusammenarbeit bieten.

 

Einsteigertool: Fun Retro

 

Fun Retro ist ein kleines schlankes Tool, bei dem auf einem übersichtlichen Board Prozessschritte definiert und Aufgaben gemeinsam erarbeitet und priorisiert werden. Benutzer kommen damit schnell und intuitiv zurecht. Das konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer live bei einer kurzen Mitmachaktion ausprobieren. Fun Retro ist ein gutes Einstiegstool für Neulinge und eignet sich für kurze, schnelle Abstimmungen im Team, ob beruflich, privat oder zum Beispiel im Verein.

Mehr zu Fun Retro: Agile Prozesse im Team managen mit Trello und Co.

 

Das zweite Tool, Trello von Atlassian, bietet schon deutlich mehr Unterstützung für agile Prozesse. Wie bei einem klassischen Kanban-Board können Aufgaben mit umfangreichen Eigenschaften angelegt werden: Fristen und Verantwortlichkeiten, farbige Labels, Anhänge, Unteraufgaben und vielem mehr. Für die Boards und Prozesse sind viele kostenfreie Vorlagen verfügbar. Besonders vorteilhaft ist die übersichtliche Handy-App, die die mobile Zusammenarbeit erleichtert. Trello erfordert etwas mehr Einarbeitung, kann dafür aber komplexere Teamprozesse managen helfen. Außerdem kann Trello mit zwei weiteren Tools integriert werden, Jira und Confluence, die zusätzliche Funktionen für agile Prozesse bieten, unter anderem ein Intranet für bis zu 12 und eine Wissensdatenbank.

 

Weitere Infos:

 

 

Unsere Referenten

 

Gudrun Jay-Bößl (Mail: gudrun.jayboessl@praxis-kagu.de) ist in zwei kommunikativen Welten zuhause: als Heilpraktikerin für Psychotherapie, Praxis KAGU, und als Geschäftsführerin der Kommunikationsagentur Innoreal. Als langjährige Kommunikationsexpertin betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann die Agentur Innoreal, die aus einer Hand Werbung & Marketing, Public Relations, Videoproduktion sowie Beratung & Coaching anbietet, crossmedial und interdisziplinär. Gleichzeitig berät und coacht Gudrun Jay-Bößl in ihrer Praxis KAGU Menschen vor allem im Business. Sie bringt dazu nicht nur die Ausbildung als Heilpraktikerin für Psychotherapie mit, sondern auch Ausbildungen und Erfahrungen als Systemische Beraterin sowie NLP Master-Coach (DVNLP).

https://www.gudrun-jay-boessl.de

 

Unser stv. Landesvorsitzender Maurice Müller MdBB (Mail: maurice.mueller@gruene-bremerhaven.de) ist PR-Profi und erfolgreicher Politiker. Im Mai 2019 wurde er in die Bremische Bürgerschaft gewählt. Dort ist er unter anderem Vorsitzender des Hafenausschusses und Sprecher der Grünen Fraktion für Innovation und Technologie sowie für Häfen, Fischerei und Schifffahrt. Seit 2011 arbeitet Maurice Müller beim Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme in Bremerhaven als Qualitäts- und Kommunikationsmanager. Seine beruflichen Schwerpunkte sind Wissenschafts-/Forschungskommunikation, interne Kommunikation und der Einsatz von Social Media, Collaboration Tools und IT allgemein in Kommunikation, Digitalisierung und interner Zusammenarbeit.

https://de.linkedin.com/in/mauricebmueller/

 

Bericht: Tatja Stülten

stv. Vorsitzende der DPRG-Landesgruppe Niedersachsen-Bremen

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