Vermischtes
dpa

Zwei deutsche Journalisten in Griechenland wieder freigelassen

Wer militärisches Sperrgebiet betritt, bekommt schnell Probleme. Zwei deutsche Reporter bekamen das an der griechisch-türkischen Grenze zu spüren.

Athen/Berlin (dpa) − Das Betreten einer militärischen Sperrzone in Griechenland ist für zwei deutsche Journalisten glimpflich ausgegangen. Die beiden Reporter des Norddeutschen Rundfunks (NDR) wurden am Freitag im griechisch-türkischen Grenzgebiet festgenommen, nach einem Schnellverfahren am Samstag wieder auf freien Fuß gesetzt. Inzwischen seien sie nach Angaben ihres Rechtsanwaltes Dimitrios Kadoglou unterwegs nach Deutschland. „Alles ist gut verlaufen. Sie sind wieder frei und kehren wieder zurück“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

 

Wie der Rechtsanwalt erklärte, habe ein Gericht in der griechischen Grenzstadt Orestiada befunden, dass die Journalisten versehentlich in eine militärische Sperrzone am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros gelangten und sprach sie frei. Das Gericht habe berücksichtigt, dass mindestens eine Verbotstafel am Rande des Sperrgebietes umgekippt und daher kaum sichtbar gewesen sei, sagte der Rechtsanwalt. Auch der NDR bestätigte die Freilassung ohne weitere Auflagen. Die Reporter konnten vor Gericht „glaubhaft erklären, dass sie sich nicht darüber im Klaren waren, sich bereits in einem verbotenen Bereich aufgehalten zu haben“, wie der Sender mitteilte.

Die beiden Reporter recherchierten laut NDR für das Magazin „Panorama“ zur Situation von Flüchtlingen. Zur Festnahme kam es in der Nähe der Stadt Didymoticho. Griechische Medien berichteten, die Reporter hätten eine Gruppe von Migranten beobachtet, die den Fluss aus der Türkei nach Griechenland überquerten und dabei auf einer Kleininsel von Schleusern verlassen und steckengeblieben sein sollen. Dies jedoch konnte nicht offiziell bestätigt werden. 

Nach Informationen der deutschen Botschaft in Athen und Behörden vor Ort kommt es häufiger zu solchen Zwischenfällen, wie der NDR erklärte. Offenbar sei das Sperrgebiet nicht umzäunt und ausreichend beschildert, so dass sich selbst Einheimische dort verliefen. Der Evros liegt an einer der Routen, über die Schleuser immer wieder versuchen, Migranten aus dem Nahen Osten nach Griechenland und von dort nach Zentraleuropa zu bringen.

Zudem herrscht derzeit in der Region erhöhte Wachsamkeit. Wegen Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei sind Sicherheitsleute und Grenzsoldaten besonders aufmerksam. In der Region befinden sich auf griechischer und türkische Seite jeweils große Militärverbände. Erst vor einer Woche waren an dem Fluss zwei griechische Soldaten nach dem Überschreiten der Grenze zur Türkei festgenommen und anschließend unter Spionageverdacht inhaftiert worden. Seitdem wurden die Patrouillen am Evros verstärkt.

Top Meldungen aus Vermischtes