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Ringier bindet sich an OpenAI – aber Redaktionen behalten das letzte Wort

Von Redaktionen über Marktplätze bis zur IT-Abteilung: Ringier will künftig gruppenweit mit OpenAI-Technologie arbeiten. Was das für die journalistische Unabhängigkeit bedeutet – und warum die Daten in Europa bleiben sollen.

Ringier und OpenAI starten eine mehrjährige Zusammenarbeit. Die Vereinbarung sei ein weiterer wichtiger Schritt in Ringiers Transformation zu einer daten- und KI-getriebenen Unternehmensgruppe, teilte das Unternehmen mit. Ringier wolle Innovationen aktiv mitgestalten und beim Einsatz von OpenAI-Tools vorangehen.

 

Die Zusammenarbeit konzentriert sich demnach auf fünf strategische Schwerpunkte: die schrittweise Einführung von ChatGPT Enterprise für alle Mitarbeitenden inklusive Schulungsprogrammen, die Integration von OpenAI-Entwicklungswerkzeugen in die tägliche Arbeit der IT-Teams, den Einsatz der OpenAI-Schnittstelle für intelligentere Suchen auf den digitalen Marktplatz-Plattformen der Gruppe, neue Arbeitsabläufe für KI-gestützte Recherche und Strukturierung von Inhalten in den Redaktionen sowie den Einsatz von KI in zentralen Funktionen wie Finance, HR, Legal und Communications.

 

Wichtig für die redaktionelle Arbeit: Recherche, Einordnung und Veröffentlichung blieben laut Ringier in der Verantwortung der Journalistinnen und Journalisten, KI unterstütze lediglich einzelne Arbeitsschritte und treffe keine redaktionellen Entscheidungen. Die Nutzung laufe über einen Enterprise-Vertrag mit Datenspeicherung in Europa; das Data Protection Team von Ringier habe die eingesetzten Produkte geprüft und freigegeben.

 

Der Vertrag regele ausschließlich den Einsatz von OpenAI-Produkten im Unternehmen, nicht aber eine Lizenzierung von Ringier-eigenen Inhalten für das KI-Training, betont der Konzern. Die einzelnen Geschäftsbereiche – Media, Sports Media, Marketplaces sowie die Corporate Functions – erhielten im Rahmen des gruppenweiten Enterprise-Vertrags volle Autonomie, eigenverantwortlich zu entscheiden, wo und wie die OpenAI-Produkte den größten Mehrwert stiften.

 

Ringier-CEO Marc Walder ordnet den Schritt ein: "Künstliche Intelligenz verändert die Medienindustrie fundamental." Man wolle gemeinsam mit OpenAI Arbeitsabläufe anpassen und neue digitale Produkte schaffen. Ein Prinzip bleibe dabei unverändert: "Technologie unterstützt den Menschen. Sie ersetzt journalistische Verantwortung und menschliches Urteilsvermögen nicht."

 

Christoph Winter, Enterprise Lead für DACH bei OpenAI, betont: Ringier zeige, wie ein führendes Medienunternehmen KI verantwortungsvoll in den Arbeitsalltag integrieren könne.

 

 

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