Multimedia
KNA

Experte: Rundfunkbeitrag für eigene Plattformen nutzen

Beim DJU-Journalismustag fordert Markus Beckedahl, zehn Prozent des Rundfunkbeitrags in eigene und vor allem unabhängige Plattformen zu investieren.

Berlin (KNA) – Beim Journalismustag der Deutschen Journalisten-Union (DJU)  fordert der Digitalexperte Markus Beckedahl, künftig zehn Prozent der Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag in eigene und vor allem unabhängige digitale Plattformen zu investieren – als echte Alternative zu Google, YouTube & Co.


Beckedahl sprach sich dafür aus, diesen Verwendungszweck im ohnehin benötigten neuen Beitragsstaatsvertrag verbindlich festzuschreiben. Die für Medienpolitik zuständigen Länder könnten so den Aufbau von Plattformen fördern, die unabhängig von großen US-Anbietern sind, sagte Beckedahl am Samstag in Berlin.


Zwar seien die öffentlich-rechtlichen Sender bereits in vielen Bereichen aktiv, doch sei dies angesichts der weiterhin bestehenden Abhängigkeit von Konzernen wie Google, Meta und Microsoft nicht ausreichend. Nötig seien nun „eine Beschleunigung und vor allem eine gesicherte und bessere Finanzierung“. „Es ist zwar löblich, wenn die Mediatheken von ARD und ZDF heute eine personalisierte Nutzung anbieten“, sagte Beckedahl. Es fehle dort jedoch an Kommentarfunktionen. Wenig sinnvoll sei es, „wenn es dann heißt: Diskutiert diesen Beitrag in unserem YouTube-Kanal“.


Weg von Plattform X
Beckedahl empfahl zudem, stärker auf alternative Netzwerke wie Mastodon oder Bluesky zu setzen und nicht weiter das von Elon Musk betriebene X zu nutzen. Auch diese Plattformen benötigten öffentliche Unterstützung, um Nutzerfreundlichkeit und Reichweite zu verbessern und so eine echte Alternative zu den etablierten US-Angeboten zu bieten.


Zum Auftakt des Journalismustages betonte auch Verdi-Bundesvorstand Christoph Schmitz-Dethlefsen die Bedeutung digitaler Plattformen für die Medienfreiheit. Diese werde zunehmend im Digitalen ausgefochten. „Die Zukunft des Journalismus entscheidet sich nicht nur in den Redaktionen, sondern auch in den Feeds der User“, sagte Schmitz-Dethlefsen. Medien dürften sich dabei nicht weiter von den Vorgaben großer Technologiekonzerne abhängig machen: „Diese Zukunft ist nicht alternativlos – sie ist gestaltbar.“

 

 

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