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dpa

Facebook verschärft Vorgehen gegen Gewaltdrohungen in Deutschland

In Zukunft würden „in Deutschland Androhungen von physischer Gewalt als glaubhafte Drohungen eingeschätzt und entfernt“.

Berlin (dpa) − Facebook kündigt nach monatelanger Kritik einen

härteren Kurs gegen Hasskommentare an. In Zukunft würden „in

Deutschland Androhungen von physischer Gewalt als glaubhafte

Drohungen eingeschätzt und entfernt“, teilte das weltgrößte

Online-Netzwerk am Dienstag mit. Bisher sollten bei der Abwägung, ob

ein Eintrag entfernt wird, mehrere Faktoren berücksichtigt werden -

zum Beispiel, wie realistisch es erscheine, dass eine Drohung

umgesetzt werde.

„Ich bin überzeugt, dass dies zur Folge hat: Es werden deutlich mehr

kontroverse Inhalte auf Facebook in Deutschland gesperrt“, erklärte

Facebook-Sprecherin Tina Kulow. Auch die Toleranz gegenüber

leichtfertig dahingeschriebenen Kommentaren mit fremdenfeindlichen

Unterton werde eingeschränkt. Dabei würden Facebooks sogenannte

Gemeinschaftsstandards nicht geändert, „aber wir verbessern die Art

und Weise, wie wir sie in Deutschland umsetzen, nachhaltig“.

Facebook wurde massiv vorgeworfen, fremdenfeindliche Inhalte auch

nach Hinweisen von Nutzern nicht konsequent genug zu entfernen. Zudem

stellte ein Würzburger Anwalt Strafanzeigen gegen Manager des

Online-Netzwerks.

Die neue Richtlinie zur Entfernung von Gewaltdrohungen sei zusammen

mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM)

entwickelt worden, der Facebook beigetreten sei, hieß es.