Pressefreiheit
Newsroom

DW-Reporter Alican Uludağ kommt aus Untersuchungshaft frei

Nach drei Monaten in Untersuchungshaft wird der türkische DW-Korrespondent aus der Haft entlassen. Die Anklage gegen ihn bleibt jedoch bestehen.

Ankara – Der türkische DW-Korrespondent Alican Uludağ wird nach drei Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen. Das entschied ein Strafgericht in Ankara am ersten Prozesstag.

 

Die Vorwürfe gegen den Journalisten bleiben jedoch bestehen. Die Anklage lautet auf Beleidigung des Präsidenten, Verbreitung irreführender Informationen und Herabwürdigung staatlicher Organe. Der Prozess soll am 18. September fortgesetzt werden.

 

Uludağ war am 19. Februar in Ankara festgenommen und anschließend nach Istanbul gebracht worden. Ihm wird vorgeworfen, in insgesamt 22 Social-Media-Beiträgen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beleidigt, irreführende Informationen verbreitet und staatliche Institutionen herabgewürdigt zu haben.

 

Nach Angaben der Deutschen Welle war Uludağ während seiner Haft überwiegend in einer Einzelzelle im Hochsicherheitsgefängnis Silivri untergebracht. Am ersten Prozesstag nahm er per Videoschalte teil. Die Vorwürfe weist er zurück. Auch während seiner Haft veröffentlichte er journalistische Beiträge zur Lage der Pressefreiheit in der Türkei.

 

Die DW-Intendantin Barbara Massing begrüßte die Freilassung, kritisierte jedoch die Fortsetzung des Verfahrens und forderte dessen Einstellung. Gegen die Inhaftierung hatten unter anderem Vertreter der Bundesregierung, Parteien des Deutschen Bundestags sowie internationale Journalisten- und Menschenrechtsorganisationen protestiert.

 

 

Sie möchten aktuelle Medien-News, Storys und Praxistipps lesen – und sich über Jobs, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Deutschland informieren? Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter.

 

Sie haben Personalien in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Oder ist Ihnen in unseren Texten etwas aufgefallen, zu dem Sie sich mit uns austauschen möchten? Dann senden Sie Ihre Hinweise bitte an georg.taitl@oberauer.com.