Pressefreiheit
KNA

Korrespondent der Deutschen Welle erneut in Türkei festgenommen

Erst in diesem Monat wurde er für seine Arbeit in der Türkei ausgezeichnet. Nun ist der DW-Korrespondent Alican Uludag festgenommen worden – während ein altes Verfahren gegen ihn noch nicht mal abgeschlossen ist.

Bonn (KNA) – Der türkische Korrespondent der Deutschen Welle (DW), Alican Uludag, ist nach Angaben des Auslandssenders erneut in seiner Heimat festgenommen worden. Die Verhaftung erfolgte, während ein anderes Verfahren gegen den Journalisten anhängig war, wie die DW am Dienstagabend mitteilte.

 

Uludag war bereits im Februar in der türkischen Hauptstadt Ankara verhaftet worden. Dem Investigativjournalisten werden Verbreitung irreführender Informationen an die Öffentlichkeit, Beleidigung des Präsidenten sowie Beleidigung der türkischen Nation, des Staates und der Institutionen vorgeworfen. Er verbrachte daraufhin 92 Tage in Untersuchungshaft und wurde erst im Mai wieder freigelassen. Der Gerichtstermin für sein Verfahren ist demnach für den 18. September festgesetzt. Zu den Vorwürfen, die zu der neuerlichen Verhaftung führten, konnte die Deutsche Welle zunächst keine Angaben machen.

 

Massing: „Fordern ein faires Verfahren“

DW-Intendantin Barbara Massing verurteilte die neuerliche Festnahme des Reporters. „Wir erwarten, dass seine Rechte uneingeschränkt gewahrt werden, und fordern auch hier ein rechtsstaatliches und faires Verfahren.“ Alican recherchiere und berichte seit vielen Jahren unabhängig über Justiz, Politik und Gesellschaft in der Türkei. „Journalistische Arbeit darf nicht kriminalisiert werden“, betonte Massing.

Für seine Arbeit wurde Uludag mehrfach ausgezeichnet. Erst im Juli erhielt er den diesjährigen Pressefreiheitspreis der Türkischen Journalistenvereinigung.

 

 

 

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