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Turm der ehemaligen Funkbrücke nach West-Berlin gesprengt

Rund 3000 Menschen verfolgten laut Polizei das Spektakel.

Gartow (ddp-nrd) - Mit dem 324 Meter hohen Funkturm im niedersächsischen Gartow (Landkreis Lüchow-Dannenberg) ist am Donnerstag ein technisches Überbleibsel der deutschen Teilung gesprengt worden. Der Sendemast in der Nähe der brandenburgischen und mecklenburg-vorpommerschen Landesgrenze fiel innerhalb weniger Sekunden als Ganzes auf eine dafür vorbereite Fläche. Rund 3000 Menschen verfolgten laut Polizei das Spektakel.

Der Turm, nach Angaben der Deutschen Telekom eines der höchsten Bauwerke Deutschlands, machte zu DDR-Zeiten eine Telefonverbindung zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland möglich. Außerdem konnten die DDR-Bürger über den Funkmast "Gartow 1" die westdeutschen Fernsehprogramme ZDF und NDR empfangen. Auch nach der Wende sei der Mast noch genutzt worden, mit der Abschaltung des analogen terrestrischen Fernsehens Ende 2008 sei jedoch die letzte Nutzung des Turms entfallen, teilte die Telekom mit. Deshalb sei er nun gesprengt worden.

Zusammen mit dem Funkmast "Gartow 2" habe der 1963 in Betrieb genommene Turm mehr als zwei Drittel aller Ferngespräche zwischen West-Berlin und der BRD übertragen, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Funkturm, Rudolf Pospischil, zur historischen Bedeutung der Anlage. Die über 130 Kilometer umfassende Verbindung zwischen Gartow und Berlin sei eine "weltweit einmalige Funkbrücke" gewesen, sagte er. Die Gegenstelle in Berlin-Frohnau wurde im Februar gesprengt.

de.wikipedia.org/wiki/Sender_Gartow