Recht
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Kachelmann-Prozess wird fortgesetzt

Das Landgericht Mannheim will sich am 38. Verhandlungstag mit der Aussage des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers auseinandersetzen.

Mannheim (dapd-bwb) - Der Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann wird am kommenden Montag (2. Mai) nach vierwöchiger Unterbrechung fortgesetzt. Das Landgericht Mannheim will sich am 38. Verhandlungstag mit der Aussage des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers auseinandersetzen. Die Bremer Psychologieprofessorin Luise Greuel wird ihr Gutachten zur Glaubhaftigkeit der früheren Freundin Kachelmanns vortragen.

Der Inhalt dieses Gutachtens war in der Vergangenheit gegensätzlich interpretiert worden. Medien berichteten bereits im Vorfeld des Prozesses, die Sachverständige halte die Aussage zur mutmaßlichen Vergewaltigung für so lückenhaft, dass man nicht von einem tatsächlichen Geschehen ausgehen könne. Die Staatsanwaltschaft interpretierte das Gutachten dagegen im Ergebnis als Bestätigung der Anklagevorwürfe.

Kachelmanns neuer Verteidiger Johann Schwenn stellte dann im Dezember 2010 einen Befangenheitsantrag gegen die Sachverständige Greuel, der jedoch im Januar von der Strafkammer abgelehnt wurde. Ob Greuel, die als führende Aussagepsychologin gilt, ihr Gutachten am Montag öffentlich erstattet oder die Öffentlichkeit wegen der Erörterung des angeblichen Vergewaltigungshergangs zumindest teilweise ausgeschlossen wird, ist noch offen.

Am kommenden Donnerstag will die 5. Große Strafkammer einen weiteren Sachverständigen hören. Er soll ein Gutachten zur Persönlichkeit des angeklagten 52-Jährigen erstatten.

Der Moderator muss sich seit September 2010 wegen des Vorwurfs der schweren Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Seine Ex-Freundin, eine 38-jährige Radiomoderatorin, beschuldigt ihn, sie nach einem Streit mit dem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Kachelmann bestreitet die Tat, schweigt jedoch im Prozess. Seine Anwälte gehen von einer Falschanschuldigung der Frau aus, die aus Rache handle nachdem sie von seiner jahrelangen Untreue erfahren hatte. Der Prozess soll bis 27. Mai 2011 dauern.