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Newsroom – Georg Taitl

40 Jahre „medium magazin“: Annette Milz fordert mehr Offenheit im Journalismus

40 Jahre „medium magazin“: Annette Milz fordert mehr Offenheit im Journalismus Annette Milz (Foto: Wolfgang Borrs)

Die Herausgeberin sieht KI nicht nur als Bedrohung für den Journalismus. Sie fordert mehr Offenheit, Persönlichkeit und Nähe zum Publikum. Warum sie trotz Nachrichtenmüdigkeit und wirtschaftlicher Krise optimistisch bleibt.

Berlin – „Hurra, wir leben noch. Fragt sich nur: Wie lange?“ Mit dieser Frage eröffnet Annette Milz ihren Essay über die Zukunft des Journalismus. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens von „medium magazin“ blickt die Mitgründerin, langjährige Chefredakteurin und heutige Herausgeberin auf vier Jahrzehnte Medienwandel zurück – und nach vorne auf eine Branche, die durch Künstliche Intelligenz vor einem neuerlichen Umbruch steht.


Milz widerspricht dabei der Vorstellung, dass früher alles besser gewesen sei. Schon lange vor Internet, Social Media und KI habe es Kritik daran gegeben, dass Journalisten zu sehr ihren eigenen Wahrnehmungen folgten und die Bedürfnisse des Publikums vernachlässigten. Heute sieht sie vor allem die Techkonzerne als neue Gatekeeper – und fordert von Journalisten mehr Offenheit nach innen und außen.


Über den Umgang mit KI schreibt sie: „Nicht die KI wird unsere Jobs gefährden, sondern diejenigen, die damit umzugehen verstehen.“ Für Milz reicht es deshalb nicht, neue technische Fähigkeiten aufzubauen. Redaktionen müssten neue Expertise auch wertschätzen, Freiräume schaffen und Mitarbeiter für die Bedeutung unabhängigen Journalismus begeistern.


Gleichzeitig fordert sie mehr Persönlichkeit im Journalismus: „In der Flut der Informationen wird Persönlichkeit zum wichtigen Aufmerksamkeitsanker.“ Journalisten sollten transparenter mit ihrer eigenen Arbeit umgehen und stärker auf die Stimmung ihres Publikums eingehen. Gerade angesichts zunehmender Nachrichtenmüdigkeit hält Milz wenig von immer schrilleren Aufmerksamkeitstriggern und medialem Alarmismus.


Zuversichtlich stimmt Milz vor allem eine jüngere Journalistengeneration, die den direkten Dialog mit ihrem Publikum sucht, ihre Arbeitsweise transparent macht und in sozialen Netzwerken, Community-Foren oder bei Veranstaltungen Gesicht zeigt. Ihr Satz dazu: „Sie haben erkannt, dass Authentizität die Währung unserer Zukunft ist.“

 

Am Ende ihres Essays formuliert Milz daraus einen Auftrag an die Branche: „Begreifen wir auch den Wandel durch KI als Chance.“ Und weiter: „Trotzen wir den neuen Gatekeepern mit kritischer Aufklärung statt schrillem Alarmismus und mit kreativer Bereitschaft für mehr konstruktive Offenheit intern wie draußen. Nennen wir es ‚Open Journalism‘.“


Den vollständigen Essay „Unser WNDL und kein Ende: Ein Plädoyer für mehr Offenheit im Journalismus“ von Annette Milz lesen Sie in „medium magazin“.

 

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