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Newsroom – Bea Gutmann

CDU-Medienpolitikerin Ottilie Klein warnt vor weiteren Werbebeschränkungen

CDU-Medienpolitikerin Ottilie Klein warnt vor weiteren Werbebeschränkungen Ottilie Klein (Foto: michaelbennett.de)

Kostenlose Wochenzeitungen erreichen nach Ansicht der CDU-Politikerin Menschen, die sich nicht über soziale Medien informieren. Zugleich sieht sie die Branche durch steigende Zustellkosten und Veränderungen auf dem Werbemarkt unter Druck. Welche Verantwortung sie dabei der Politik zuschreibt.

Berlin – Ottilie Klein, Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien, erreicht über kostenlose Wochenzeitungen auch Menschen, die nicht auf X, Facebook, Instagram oder TikTok nach den neuesten politischen Inhalten suchen. „Mir ist es wichtig, auf unterschiedlichen Wegen über meine Arbeit zu informieren und mit den Bürgerinnen und Bürgern im Gespräch zu bleiben“, sagt sie in einer Politik-Umfrage von turi2 bei der Themenwoche „Anzeigenblätter – Reichweite und gesellschaftliche Teilhabe“. Oft seien es die „vermeintlich kleinen Themen, die die Menschen besonders beschäftigen“. Hier leisteten die vielen kostenlosen Wochenzeitungen „einen wichtigen Beitrag“.


Jede Woche erscheinen 42 Millionen kostenlose Wochenzeitungen in Deutschland. Welche Rolle spielen die werbefinanzierten Blätter in Ihrer Kommunikation?

Wochenzeitungen sind ein wichtiger Bestandteil meiner eigenen Kommunikation, wenn es um Themen aus oder für Neukölln geht, sei es die Anzeige für die nächste Bürgersprechstunde oder der aktuelle Bericht aus dem Bundestag. Auf diese Weise erreiche ich auch Menschen, die nicht auf X, Facebook, Instagram oder TikTok nach den neuesten politischen Inhalten suchen. Mir ist es wichtig, auf unterschiedlichen Wegen über meine Arbeit zu informieren und mit den Bürgerinnen und Bürgern im Gespräch zu bleiben.

 

Welchen Stellenwert hat der Journalismus der Wochenzeitungen im Vergleich zu anderen Mediengattungen, zum Beispiel Social Media?

Ich habe selbst bei einer Lokalzeitung gearbeitet und weiß, wie wichtig es ist, dass jemand genau hinschaut, was in der Nachbarschaft, in den Vereinen oder den Kirchengemeinden passiert. Oft sind es die vermeintlich kleinen Themen, die die Menschen besonders beschäftigen. Und hier leisten auch die vielen kostenlosen Wochenzeitungen einen wichtigen Beitrag. Natürlich informieren sich heute viele Menschen über soziale Medien. Aber die Rolle der lokalen Printmedien können Soziale Medien nicht übernehmen.

 

Die Zeitungen stehen unter Druck, vor allem wegen steigender Kosten für die Zustellung und der drohenden Beschränkungen bei Minijobs. Welche Verantwortung sehen Sie bei der Politik im Allgemeinen und bei sich selbst im Speziellen für den Erhalt der kostenlosen Wochenzeitungen?

Steigende Zustellungskosten sind in der Tat ein ernstes Problem. Hinzu kommen die Veränderungen auf dem Werbemarkt, die gerade kostenlose Wochenzeitungen unter Druck setzen. Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, gemeinsam mit den Verlagen über die Herausforderungen bei der Zeitungszustellung zu sprechen. Außerdem wollen wir die Refinanzierungsmöglichkeiten für private Medien verbessern. Zusätzliche Werbebeschränkungen darf es gerade in dieser Situation nicht geben.

Auch bei möglichen Änderungen an den Minijob-Regelungen müssen wir die Folgen für die Branche im Blick behalten. Deshalb ist mir der persönliche Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern der Verlage wichtig.

 

Ottilie Klein, geboren 1984 in Villingen-Schwenningen, ist seit Oktober 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages und Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kultur und Medien. Sie studierte in Bonn und Oxford und promovierte an den Universitäten Gießen und Helsinki. Vor ihrem Bundestagsmandat arbeitete sie unter anderem für die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und den Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands; von September 2023 bis Juli 2026 war sie Generalsekretärin der CDU Berlin.



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