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„Correctiv“ und „Katapult“ nehmen NSDAP-Datenbank nach Fehlern offline

Ein erheblicher Teil der Daten könnte nicht aus einer Primärquelle stammen, sondern aus der Datenbank der „Zeit“ übernommen worden sein.

Berlin – „Correctiv“ und das Magazin „Katapult“ haben eine gemeinsam veröffentlichte digitale Datenbank zur NSDAP-Mitgliederkartei vorläufig offline genommen. Die Anwendung war am 12. Mai als frei zugängliche Suchplattform online gestellt worden. Nun teilten beide Medien mit, dass die Veröffentlichung in dieser Form nicht den eigenen journalistischen und dokumentarischen Standards entsprochen habe.

 

Grundlage der Datenbank war demnach eine Aufbereitung aus einem externen Projekt namens „Brownarchive“. Bereits zuvor hatte unter anderem die „Zeit“ eine eigene digitale Suche auf Basis von Archivbeständen ermöglicht. Nach der Veröffentlichung erhielten „Correctiv“ und Katapult Hinweise der „Zeit“, wonach die im „Brownarchive“ verwendeten Daten möglicherweise auf deren eigener Datensammlung beruhten. 

 

Es habe sich der Verdacht erhärtet, dass ein erheblicher Teil der Daten nicht aus einer Primärquelle stamme, sondern aus der Datenbank der „Zeit“ übernommen worden sein könnte. Die Veröffentlichung werde daher als nicht den eigenen journalistischen und dokumentarischen Standards entsprechend bewertet. „Correctiv“ und „Katapult“ bedauern den Vorgang und entschuldigten sich.

 

Trotz der vorläufigen Offline-Nahme halten beide Redaktionen an dem Ziel fest, Recherchen zu NSDAP-Mitgliedschaften öffentlich zugänglich zu machen. Parallel zur Aufarbeitung arbeiten sie nach eigenen Angaben an einer Lösung, um die Informationen aus dem US-Nationalarchiv (NARA) künftig in einer überprüften und frei zugänglichen Suchform bereitzustellen.

 

 

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