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Deutsche Journalistin in Syrien verschwunden

Eva Maria Michelmann ist seit dem 18. Januar im syrischen Rakka verschwunden. Sie soll zusammen mit dem türkischen Journalisten Ahmed Polad während der Kämpfe in der Region festgenommen worden sein.

Rakka – Die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann gilt seit Mitte Januar in Syrien als vermisst. Nach Angaben der syrischen Journalistenorganisation Vereinigung für freie Presse (VRA) arbeitete die 1989 geborene freie Journalistin für mehrere kurdische Medienorganisationen, darunter die Nachrichtenagentur ETHA und Özgür TV.

 

Michelmann hielt sich gemeinsam mit dem türkischen Journalisten Ahmed Polad in der Stadt Rakka auf, als Mitte Januar Kämpfe zwischen Truppen der kurdischen Selbstverwaltung und Einheiten der syrischen Übergangsregierung eskalierten. Am 18. Januar versuchten die von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) nach Angaben von Beobachtern, Zivilisten aus dem Gebiet zu evakuieren. Wegen des schnellen Vorrückens von Regierungstruppen sei dies jedoch nicht gelungen.

 

Augenzeugen zufolge suchten Michelmann und Polad zusammen mit anderen Zivilisten Zuflucht in einem Gebäude in Rakka, das später von Truppen der syrischen Übergangsregierung umstellt worden sein soll. Nach Angaben der NGO Peoples Bridge wurden zahlreiche Menschen nach Verhandlungen der SDF an einen anderen Ort gebracht. Michelmann und Polad seien ebenfalls in ein Fahrzeug der Regierungstruppen gesetzt worden und seitdem nicht mehr gesehen worden.

 

Dass das Verschwinden der beiden Journalisten erst Wochen später öffentlich wurde, hängt nach Angaben von Beteiligten mit unterbrochenen Kommunikationsverbindungen in der Region zusammen. Erst nachdem Telefon- und Internetverbindungen teilweise wiederhergestellt worden seien, habe sich gezeigt, dass beide nicht in die weiterhin von der kurdischen Selbstverwaltung kontrollierte Stadt Kobane zurückgekehrt sind.

 

 

 

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