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Newsroom – Inge König

Warum Mary Abdelaziz-Ditzow den Journalismus neu vermessen will

Warum Mary Abdelaziz-Ditzow den Journalismus neu vermessen will Mary Abdelaziz-Ditzow (Foto: Finanzfluss)

Vertrauensverlust, Sensationslogik, systematische Verzerrungen: In ihrem neuen Buch „Behind the News“ rechnet die „Finanzfluss“-Chefredakteurin mit Fehlentwicklungen im deutschen Journalismus ab – und richtet den Blick dabei auch selbstkritisch auf das Publikum.

München – Die Journalistin Mary Abdelaziz-Ditzow bringt ein Buch über die deutsche Medienlandschaft auf den Markt. Unter dem Titel „Behind the News“ will sie Ende Februar eine grundlegende Analyse von Strukturen, Mechanismen und Fehlentwicklungen im Journalismus vorlegen. Das Buch erscheint im Ullstein Verlag und ist vorbestellbar.


In einer Ankündigung auf LinkedIn beschreibt Abdelaziz-Ditzow ihr Projekt als „schonungslos ehrlich und konstruktiv selbstkritisch“. Sie diagnostiziert eine wachsende Entfremdung vieler Menschen von sogenannten Leitmedien und spricht von strukturellen Problemen, die das Vertrauen in den Journalismus beschädigten. Dabei gehe es nicht um einzelne Redaktionen, sondern um wiederkehrende Muster, etwa die „Macht der Sensation“, mediale Zuspitzung und systematische Verzerrungen.


Ein zentrales Motiv des Buches ist nach eigenen Angaben der Bias in der Berichterstattung zu großen Themen der vergangenen Jahre – darunter die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und der Nahost-Konflikt.


Abdelaziz-Ditzow kündigt an, diese Mechanismen über Jahre hinweg analysiert zu haben. Zugleich richtet sie den Blick auch auf das Publikum: Zwischen Medien und Rezipienten bestehe eine „toxische Symbiose“, schreibt sie. „Im Zweifel ist eure Sensationssucht unser Antrieb“, heißt es programmatisch.
Nach ihrem Volontariat an der Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten im Jahr 2018 war Mary Abdelaziz-Ditzow als Video-Redakteurin und Moderatorin beim „Handelsblatt“ beschäftigt. 2021 trat sie dort die Position als „Head of Podcast & Video“ an, später als Ressortleiterin für diesen Bereich. Sie baute unter anderem einen der populärsten deutschen Wirtschaftspodcasts auf und moderierte ihn: „Handelsblatt Today“.


Im Juni 2022 wechselte sie zum Nachrichtensender n-tv und übernahm dort die Position als Leiterin „Wirtschaft und Innovation“ im Führungskreis des Senders. Ihr Schwerpunkt lag auf dem Ausbau und der Weiterentwicklung bekannter n-tv-Marken wie „Telebörse“, „Startup Magazin“, „Ratgeber“, „PS“ und „Mobil“ sowie auf dem Podcast-Bereich des Senders. Mary Abdelaziz-Ditzow war zudem Host des geopolitischen n-tv-Podcasts „Wirtschaft Welt & Weit“. Seit April 2025 arbeitet sie für die junge Medienmarke Finanzfluss.

 

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