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Frauenanteil in journalistischen Führungspositionen sinkt auf 37,5 Prozent

Frauenanteil in journalistischen Führungspositionen sinkt auf 37,5 Prozent Die Werte von Januar 2026 im Überblick (Quelle: „ProQuote“)

In großen deutschen Print- und Online-Medien geht der sogenannte Frauenmachtanteil erneut leicht zurück. Einzelne Titel verzeichnen Zugewinne, andere deutliche Verluste.

Berlin – Der durchschnittliche Frauenmachtanteil in journalistischen Führungspositionen großer deutscher Print- und Online-Medien liegt aktuell bei 37,5 Prozent. Gegenüber der letzten Erhebung im Juli 2025 entspricht das einem Rückgang um 0,3 Prozentpunkte, sendet der „Verein ProQuote Medien“ aus.

 

Spitzenreiterin bleibt die taz mit einem Frauenmachtanteil von 61,3 Prozent. Allerdings verzeichnet auch sie ein Minus von 3,8 Prozentpunkten im Vergleich zur Zählung im Juli 2025. Auf Rang zwei folgt die „Süddeutsche Zeitung“ mit einem Frauenmachtanteil von mehr als 50 Prozent. Sie legt gegenüber der Erhebung im Vorjahr um 4,8 Prozentpunkte zu.

 

Im weiteren Ranking liegt die „Zeit“ mit 42,6 Prozent nun auf Platz drei. Der „Spiegel“ verliert 3,9 Prozentpunkte und fällt auf Rang vier zurück. „Bild“, „Stern“, FAZ und „Focus“ bleiben im Vergleich zur vergangenen Zählung weitgehend unverändert.

 

Deutlich niedriger fällt der Frauenmachtanteil bei der „Welt“ aus. Dort sinkt der Wert auf 16,7 Prozent, was einem Rückgang von 1,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der designierte Chefredakteur Helge Fuhst, der Anfang 2026 die Nachfolge von Jan Philipp Burgard antreten soll, war zum Zeitpunkt der Zählung noch nicht im Impressum aufgeführt und wurde daher nicht berücksichtigt. Wäre er einbezogen worden, hätte der Frauenmachtanteil bei 14,9 Prozent gelegen – ein Rückgang um 3,1 Prozentpunkte. Dies hätte sich auch auf den durchschnittlichen Gesamtwert ausgewirkt.

 

„Der erneute Rückgang auf 37,5 Prozent ist ein deutliches Warnsignal für die Medienhäuser“, sagt „ProQuote“-Vorständin Edith Heitkämper. „Gleichstellung in journalistischen Führungspositionen passiert nicht von selbst – sie ist eine Führungsaufgabe. Wer publizistische Verantwortung übernimmt, muss auch Verantwortung für vielfältige Perspektiven in Redaktionen tragen. Bleibt diese aus, verengt sich der Blick auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – mit Folgen für journalistische Qualität und demokratische Meinungsbildung.“

 

 

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