Vermischtes
Newsroom – Markus Trantow

Friedrich und Döpfner streiten über Benachteiligung und Debattenkultur

Der Verleger der „Berliner Zeitung“, Holger Friedrich, und Springer-Chef Mathias Döpfner diskutieren in Berlin über Stigmatisierung, Ost-West-Ressentiments und die Grenzen des Sagbaren im Journalismus.

Berlin – Der Verleger der „Berliner Zeitung“ und der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“, Holger Friedrich  beklagt in einem Streitgespräch mit Springer-Chef Mathias Döpfner in Berlin eine Benachteiligung ostdeutscher Medienmacher. Er sei von Teilen der Branche anders behandelt und dadurch stigmatisiert worden: „Mein komplettes unternehmerisches Ökosystem in Deutschland wurde zerstört“, beklagt Friedrich. Die Neugründung der „OAZ“ verteidigt er als „Versuch einer Emanzipation“.

 

Döpfner entgegnet seinem Kontrahenten: „Wollen wir jetzt in einen Opferwettbewerb treten und mal auszählen, welche Verlagshäuser von den lieben Kollegen mehr angegriffen werden?“ Auch Springer erlebe täglich Aggression und Diffamierung. Döpfner warnt vor einer gezielten Verstärkung von gesellschaftlichen Ressentiments und entschuldigt sich für seine pauschalen Aussagen über Ostdeutsche.

 

Döpfner beobachte aber eine große „Sehnsucht nach einer Erweiterung des Raums des Sagbaren“ und lobt Friedrichs Initiative, dies mit der „Berliner Zeitung“ und der „OAZ“ auch umzusetzen: „Alle reden davon, dass man alles zur Diskussion stellt, dass man Diskussionsräume öffnen muss, aber wenige tun es. Sie tun es, und Sie sind dabei immer wieder überraschend.“ Dies sei eine „Grundeigenschaft, die Journalismus wieder stärker täglich beweisen sollte, um dadurch Vertrauen zu schaffen“, so Döpfner.

 

 

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