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Joachim Gauck kritisiert Medien als „Gefangene ihrer Grundüberzeugungen“

Joachim Gauck kritisiert Medien als „Gefangene ihrer Grundüberzeugungen“ Joachim Gauck (Foto: IMAGO / epd)

Der Altbundespräsident ruft Medien zur Verteidigung der Demokratie und zu mehr Faktentreue auf. Er kritisiert die Fixierung auf Defizite – und wünscht sich mehr Entschlossenheit und Mut.

Hannover (KNA) – Altbundespräsident Joachim Gauck hat die Medien dazu aufgerufen, die Demokratie zu verteidigen und die „Kultur der Faktentreue zu schützen“. Dazu gehöre auch, nicht nur auf die Defizite hinzuweisen. „Es ist eine aufklärerische Daueraufgabe, sich der Verdunkelung und Vernebelung entgegenzustellen“, sagte Gauck am Donnerstag beim Kongress The Future of German Media in Hannover.


Er frage sich aber, wie viel „wirkliche Wichtigkeit“ ihm die „geschätzten Medien“ vermitteln: „Mich befällt der Eindruck, sie berichten mehr über Defizite der Demokratie, als dass sie für deren Erhaltung eintreten.“ Er wolle keinen affirmativen Journalismus, „aber in Zeiten, in denen die Demokratie angegriffen wird, sehe ich eine Beistandspflicht zur Verteidigung der Demokratie“, so Gauck weiter. Wer aber so berichte, dass bei den Nutzern vor allem Zweifel an der Demokratie entstehen, bringe diese in Gefahr.


„Hämische Seitenhiebe“
Als Beispiel nannte Gauck den Umgang mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Dieser sei „schon runtergeschrieben worden, bevor er angefangen hat zu regieren“. Hier seien die Medien zu oft „Gefangene ihrer Grundüberzeugungen“. Zwar würde faktisch richtig berichtet, aber es gebe auch sofort hämische Seitenhiebe. „Da wünsche ich mehr Genauigkeit“, sagte der Altbundespräsident.


Gauck appellierte an die Verlagsbranche, „den Willen zum ganzen Bild zu stärken“ und zum Bundesgenossen bei der Verteidigung demokratischer Werte zu werden: „Dafür wünsche ich mir von Ihnen Verteidigungsbereitschaft, Entschlossenheit und Mut“, sagte Gauck.

 

 

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