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Journalist gegen Umweltorganisation: "WWF gefährdet Glaubwürdigkeit als Naturschutzorganisation"

Wilfried Huismann sieht sich als Journalisten, der die Machenschaften der Umweltstiftung WWF aufdeckt - der WWF fühlt sich als unschuldiges Opfer. Es ist nicht der erste Konflikt zwischen beiden.

Berlin/Bremen - Der Filmemacher und Autor Wilfried Huismann hat die Umweltstiftung WWF scharf angegriffen. Der World Wide Fund For Nature (WWF) stehe der Industrie zu nahe. "Da ist etwas grundsätzlich faul in dieser Organisation", sagte Huismann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Das hätten seine Recherchen ergeben. Huismanns "Schwarzbuch WWF" erschien im April, der WWF Deutschland geht derzeit juristisch gegen einige Aussagen des Buches vor. Die Organisation wirft dem Autor Falschaussagen vor.

Die Umweltstiftung gebe ihr Logo mit dem Panda für Projekte her, deren Nutzen für die Umwelt mehr als zweifelhaft sei, sagte Huismann. Darin sieht er ein System. "Es ist eigentlich eine PR-Strategie, mit der der WWF sehr viel Geld verdient, aber seine Glaubwürdigkeit als Naturschutzorganisation gefährdet."

"Der WWF ist ja schon in seiner Gründung von Umweltsündern gefördert worden", sagte Huismann. Der Ölkonzern Shell habe zu den ersten Unterstützern gehört. Deshalb habe sich der WWF mit seiner Kritik zurückgehalten, als es zu einem Tankerunglück vor der französischen Küste kam. "Das erste große Tankerunglück in den 60er Jahren: Das war der große Sündenfall." Huismann sieht darin ein grundsätzliches Muster der Organisation, das über die Jahre zugenommen hat. "Heute kooperiert der WWF mit allen großen Konzernen, die für Umweltsünden bekannt sind, wie BP, Shell, Exxon Mobil."

"In diesen Beziehungen des WWF, die eine Art Geschäftsmodell sind, fließt eine Menge Geld." Nun sei die Marke mit dem Panda angegriffen. "Der WWF reagiert deswegen so massiv und auch panisch nach meiner Ansicht, weil er im Herzen getroffen ist - nämlich in seiner Glaubwürdigkeit."

"Ich verstehe, warum der WWF so einen Druck ausübt, weil er die öffentliche Diskussion verhindern will." Er sei allerdings enttäuscht, dass sich Buchhändler nicht gegen den Einfluss des WWF wehrten, anstatt das Buch aus ihrem Programm zu nehmen. "Das finde ich in Deutschland im Jahr 2012 einen traurigen Zustand - sowohl die Einschüchterung, die der WWF betreibt, als auch die Tatsache, dass große Unternehmen im Buchhandel sofort einknicken."

Der Film "Der Pakt mit dem Panda" aus dem vergangenen Jahr sei ein erstes Ergebnis seiner Recherchen gewesen. Vor dem Landgericht in Köln hatte der WWF eine einstweilige Verfügungen gegen einige Aussagen des Films erwirkt. "Der WWF tut so, als sei der Film verboten und damit auch das Buch. Das ist nicht der Fall." Die Verfügungen seien vorrübergehende Maßnahmen und der WDR habe bereits Widerspruch eingelegt, betonte Huismann.

Stephan Scheuer

NEWSROOM-Buchtipp: "Schwarzbuch WWF - Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda", 256 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 978-3-579-06675-2

 

 

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