Vermischtes
Newsroom – Björn Czieslik

MDR-Intendant kündigt weitere Einsparungen an

Ralf Ludwig bereitet die Belegschaft auf zusätzliche Sparmaßnahmen vor. Der Sender werde Teile seines Angebots künftig nicht mehr in der bisherigen Form aufrechterhalten können.

Leipzig – MDR-Intendant Ralf Ludwig bereitet seine Belegschaft auf weitere massive Einsparungen vor. Der Sender werde seine „sehr große Produktpalette“ künftig „so nicht mehr aufrechterhalten können“, sagte Ludwig der „Sächsischen Zeitung“.

 

Der MDR muss bis Ende 2028 bereits 160 Mio. Euro einsparen. Sollte die Anpassung des Rundfunkbeitrags weiter ausbleiben, kämen weitere 60 Mio. Euro hinzu. Selbst bei einer Erhöhung auf 18,64 Euro ab 2027 würde der Fehlbetrag noch um 30 Mio. Euro steigen.

 

„So bedauerlich es im Einzelfall ist, aber wir müssen uns programmlich stärker fokussieren und digitaler ausrichten, um auch jüngere Zielgruppen verstärkt zu erreichen“, sagte Ludwig. Dabei bleibe die „Regionalität unsere absolute Grundlage“. Daher kommt das eingestellte Bergsteiger-Magazin „Biwak“ auf Wunsch des Publikums im Sommer zurück ins Programm, bekommt aber einen regionalen Fokus.

 

Ludwig äußerte sich auch zu einem möglichen Szenario nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei dem die AfD die Regierung übernehmen und den MDR-Staatsvertrag kündigen könnte. Ihm sei unklar, was die Partei veranlasse, „so radikal vorzugehen und damit die Axt an einen Grundstein der Demokratie zu legen“.

 

Dennoch gelte für den MDR: „Wir müssen unseren Job machen und ausgewogen berichten.“ Ludwig räumte jedoch ein, dass der Sender „mit den Bürgerinnen und Bürgern auch noch mehr in den Dialog gehen, ihre Sichtweisen aufgreifen und umgekehrt unsere Arbeit transparent machen“ müsse. Er sei „überzeugt davon, dass wir damit Vertrauen und Bindung weiter stärken, dass die Menschen wissen, was der MDR leistet und was sie an ihrem MDR haben“.

 

 

Sie möchten aktuelle Medien-News, Storys und Praxistipps lesen – und sich über Jobs, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Deutschland informieren? Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter.

 

Sie haben Personalien in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Oder ist Ihnen in unseren Texten etwas aufgefallen, zu dem Sie sich mit uns austauschen möchten? Dann senden Sie Ihre Hinweise bitte an georg.taitl@oberauer.com.