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Media-Tenor: „Bild“ bleibt meistzitiert, „Spiegel“ holt auf

Media-Tenor: „Bild“ bleibt meistzitiert, „Spiegel“ holt auf Media-Tenor-Chef Roland Schatz (Foto: Media Tenor)

Zu den Verlierern zählen laut der Analyse die TV-Sender sowie die „Süddeutsche Zeitung“, analysiert das Forschungsinstitut Media Tenor von Roland Schatz.

Berlin –  Im ersten Halbjahr 2026 sind die Verweise auf exklusive Medieninhalte gestiegen: Die von Roland Schatz und seinem Media-Tenor-Team ausgewerteten 28 deutschen Leitmedien kamen von Januar bis Juni auf 12.597 Zitate – gegenüber 11.931 im Vorjahreszeitraumberichet kress.de.


Die Gewinner: „Spiegel“ und „Rheinische Post“

Die „Bild“-Gruppe bleibt nach dem ersten Halbjahr meistzitiert. Der „Spiegel“ habe aber deutlich aufgeholt und mit seinen Recherchen zum Fall Collien Fernandes („Entblößt im Netz“, 21.3.2026) über Wochen für anhaltende Aufmerksamkeit gesorgt, so die Analyse von Roland Schatz, Gründer und Chef des Forschungsinstituts Media Tenor.

 

Die „Rheinische Post“ habe sich vor allem in der Debatte um die Rentenreform im Juni hervorgetan, unter anderem, weil Gesundheitsministerin Warken den Düsseldorfern erste Details zum Gesetzentwurf für eine Pflegeversicherungsreform exklusiv gegeben habe. Auch die „Neue Osnabrücker Zeitung“ habe deutlich zugelegt, mit einer Exklusivmeldung zur Forderung von SPD-Fraktionschef Miersch, die Schuldenbremse angesichts der Iran-Krise auszusetzen. Über einen Zitate-Zuwachs können sich zudem Madsacks RedaktionsNetzwerk Deutschland, kurz RND, und Axel Springers „Welt“-Gruppe freuen.

 

Die Verlierer: TV-Sender und „Süddeutsche Zeitung“

Zu den Verlierern zählten laut Media Tenor die TV-Sender von ARD und ZDF ebenso wie die Gruppe um RTL, ntv, „Stern“ und „Capital“. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ habe kräftig Zitate eingebüßt und sei von Rang 10 auf Rang 16 zurückgefallen – anders als etwa die „Rheinische Post“ sei sie kaum zu den aktuellen Reformdebatten rund um Rente, Steuern und Gesundheit zitiert worden.

 

Wochen- und Monatsmedien: „Spiegel“ dominant, „Manager Magazin“ vor „Wirtschaftswoche“

Die Dominanz des „Spiegel“ im Vergleich der Wochen- und Monatsmedien sei im zweiten Quartal noch einmal gestiegen. Mehrere andere Wochenmedien hätten dagegen Zitate verloren, darunter „BamS“, „Stern“, „WamS“ und „Zeit“. Das „Manager Magazin“ habe dagegen Plätze gutgemacht und rangiere nun sogar vor der „Wirtschaftswoche“: Zuletzt hatte das Magazin exklusiv über einen „beispiellosen Kahlschlag“ („Bild“) bei Volkswagen berichtet, wo laut den Recherchen in den kommenden Jahren weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.

 

„Handelsblatt“ setzt immer mehr Akzente im Politikteil – „SZ“ rutscht aus Top-15

„Bild“, „Spiegel“ und die TV-Sender dominierten weiterhin die Zitate im Politikteil, das „Handelsblatt“ habe sich aber zunehmend auch dort als Quelle etabliert und in den ersten sechs Monaten „Tagesspiegel“ und „FAZ“ überholt. Im Wirtschaftsteil bleibe das „Handelsblatt“ führend, wenn auch mit weniger Zitaten. Die „Rheinische Post“ habe sich hier erstmals unter die Top 15 der zitierten Medien vorgearbeitet, vor überregionalen Titeln wie „FAZ“, „Süddeutsche“ und der „Welt“-Gruppe. Themen seien unter anderem die Bahnpreise, die Software Palantir, laut Justizministerin Hubig nicht für Bundesbehörden vorgesehen, sowie ein Konjunkturbarometer der Deutschen Krankenhausgesellschaft gewesen, wonach 74 Prozent der Krankenhäuser ihre wirtschaftliche Lage als unbefriedigend einschätzten, bei großen Häusern ab 600 Betten sogar 95 Prozent.

 

Social Media: X dominiert weiter, Truth Social und Instagram legen zu

X bleibt den Media-Tenor-Berechnungen zufolge die dominierende Social-Media-Plattform mit Einfluss auf die Redaktionen. Trumps bevorzugte Plattform Truth Social habe angesichts des USA-Iran-Konflikts an Bedeutung gewonnen, ebenso Instagram: Dort seien vermehrt Eindrücke und Einschätzungen von Menschen vor Ort im Iran zitiert worden. Am häufigsten habe sich laut der Auswertung die „Süddeutsche Zeitung“ solcher Instagram-Inhalte bedient.

 

 

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