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ORF veröffentlicht Gehälter: 71 Spitzenverdiener über 170.000 Euro

ORF veröffentlicht Gehälter: 71 Spitzenverdiener über 170.000 Euro

Der österreichische Rundfunk hat seinen Transparenzbericht für 2025 vorgelegt. Wer die Liste anführt. Aus der Politik kommt Kritik.

Wien – Der ORF hat zum zweiten Mal den gesetzlich vorgeschriebenen Transparenzbericht veröffentlicht und damit die Einkommen seiner Spitzenverdiener offengelegt. Wie Harald Fidler und Oliver Mark im „Standard“ berichten, liegt Baumanager Pius Strobl mit rund 469.000 Euro Jahresbruttobezug an der Spitze, gefolgt vom inzwischen zurückgetretenen Generaldirektor Roland Weißmann mit 427.500 Euro sowie dem 2025 ausgeschiedenen Sportchef Hannes Aigelsreiter mit knapp 340.000 Euro.


Insgesamt betrifft die namentliche Veröffentlichung 71 Personen und damit 13 mehr als im Jahr davor. Grund dafür ist laut ORF, dass die gesetzliche Schwelle von 170.000 Euro Jahresbrutto nicht valorisiert wurde, während die Gehälter gestiegen sind. Die Veröffentlichung betrifft laut ORF weniger als zwei Prozent der Belegschaft.
 
Ebenfalls unter den Topverdienern ist Oliver Böhm, Geschäftsführer der ORF-Vermarktungstochter Enterprise, mit rund 349.000 Euro. Er wird jedoch gesondert geführt, da er nicht direkt beim ORF angestellt ist. Weitere hohe Bezüge betreffen unter anderem ORF-3-Chef Peter Schöber (rund 312.000 Euro), ORF-3-Cogeschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz (rund 285.000 Euro), ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer (rund 283.000 Euro), Finanzdirektorin Eva Schindlauer (rund 280.000 Euro) sowie ORF-Anchor Armin Wolf mit rund 275.000 Euro.
 
Der Transparenzbericht umfasst die Jahresbruttobezüge und Nebenverdienste des Vorjahres, also 2025. Parallel verweist der ORF auf laufende Sparmaßnahmen. Im Vorjahr seien rund 20 Millionen Euro an Personalkosten eingespart worden. Stellen würden günstiger nachbesetzt, zudem seien mehr als zehn der genannten Personen bereits ausgeschieden oder stünden kurz davor.


Auch wirtschaftlich steht der ORF unter Druck: Der Sender setzt ein Sparpaket von 325 Millionen Euro bis 2026 um. Gleichzeitig wurde der ORF-Beitrag von 15,30 Euro pro Monat bis 2029 eingefroren, wodurch laut Bericht zusätzliche Einnahmen in Höhe von rund 220 Millionen Euro entfallen. Weitere Einschränkungen ergeben sich durch eine Deckelung der Beitragseinnahmen auf 710 Millionen Euro.
 
Der Transparenzbericht gibt auch Einblick in Werbeeinnahmen: ORF 2 lag 2024 mit rund 76 Millionen Euro an der Spitze, gefolgt von Ö3 mit etwa 50 Millionen und ORF 1 mit rund 47 Millionen Euro. Deutlich geringer fallen die Erlöse bei ORF III (rund 3,3 Millionen Euro), FM4 (rund 2,3 Millionen Euro) und ORF Sport+ (341.000 Euro) aus.
 
Aus der Politik kommt Kritik an den veröffentlichten Gehältern. Medienminister Andreas Babler (SPÖ) erwartet „Maßnahmen“ und verwies darauf, dass einzelne Gehälter über jenem des Bundespräsidenten liegen. Auch Vertreter von ÖVP und FPÖ äußerten sich kritisch zu den Spitzenbezügen.

 

 

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