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Nach Ottlitz Abgang: Die Spiegel-Gruppe richtet ihre Führung neu aus

Nach Ottlitz Abgang: Die Spiegel-Gruppe richtet ihre Führung neu aus Stefan Ottlitz (Foto: Anna Dittrich / Der Spiegel)

Thomas Hass übernimmt allein die Geschäftsführung, unterstützt von einer neu formierten Vierer-Spitze.

Hamburg – Die Spiegel-Gruppe stellt ihre Führung neu auf. Künftig bilden Thomas Hass (Vorsitzender der Geschäftsführung), Martina Hoyer (Chief Financial Officer), Jennifer Lachman (Chief Operating Officer) und Christoph Zimmer (Chief Product Officer) die neue Geschäftsführungs-Runde der Spiegel-Gruppe. Damit will man die zentralen Funktionen in einem Leitungsteam verankern, „das mit klaren Zuständigkeiten und geteilter Verantwortung die strategische und operative Steuerung trägt“, wie es bei dem Hamburger Medienhaus am Donnerstagvormittag heißt.

 

Am Mittwochnachmittag wurde bekannt, dass Co-Geschäftsführer Stefan Ottlitz den Spiegel-Verlag überraschend verlässt. Ottlitz genießt im Haus den Ruf, die digitale Transformation des „Spiegel“ entscheidend vorangetrieben zu haben. Einen direkten Nachfolger für Ottlitz gibt es nicht. Thomas Hass wird den „Spiegel“ als alleiniger Geschäftsführer leiten. Der Vorsitzende der Mitarbeiter-KG, Markus Brauck, kündigte „im Namen aller Gesellschafter“ in der Spiegel-Mitteilung bereits an, dass Hass sein Führungsteam neu aufstellen werde. Dazu wollte man „in den nächsten Tagen informieren“. Das ist nun fast unmittelbar passiert.

 

Oberstes Führungsgremium der Spiegel-Gruppe war bisher die Geschäftsleitung, der neben Thomas Hass, Jennifer Lachman und Martina Hoyer auch der Co-Geschäftsführer Stefan Ottlitz sowie Felix Blum, Leiter Organisationsentwicklung und Personal, und Anja zum Hingst, Pressesprecherin und Leiterin Unternehmenskommunikation, angehörten. Dieses Gremium wird künftig von der neuen Geschäftsführungs-Runde abgelöst.

 

Personalchef Felix Blum und der „Spiegel“ gehen getrennte Wege
Felix Blum habe sich nach zehn Jahren beim „Spiegel“ entschlossen, die Neuaufstellung zu begleiten, gemeinsam mit der Geschäftsführungs-Runde einige größere laufende Projekte abzuschließen und Mitte des Jahres 2026 die Spiegel-Gruppe im besten gegenseitigen Einvernehmen zu verlassen, erklärt der „Spiegel“.

 

Anja zum Hingst wird in Stabsfunktion und in direkter Berichtslinie zu Thomas Hass weiterhin eng an die Geschäftsführung angebunden sein und mit dem neuen Leitungsteam zusammenarbeiten.

 

Kay Siering verantwortet, wie bereits gemeldet, als Geschäftsführer von Spiegel TV Studios die Weiterentwicklung des TV-Ko- und Auftragsgeschäfts in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführungs-Runde.

 

Thomas Hass sagt zu den Veränderungen: „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit im neuen Leitungsteam hat bereits begonnen – und ich freue mich sehr über diesen erfolgreichen Start. Felix Blum danke ich für seine langjährige Arbeit und seinen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Spiegel-Gruppe und wünsche ihm für seinen weiteren Weg persönlich wie beruflich nur das Beste. Anja zum Hingst wird uns mit ihrer Expertise für Kommunikation und ihrer langjährigen und tiefen Kenntnis unseres Hauses glücklicherweise weiterhin unterstützen. Mit der Neuaufstellung in der Geschäftsführungs-Runde schaffen wir die Voraussetzungen für eine gemeinsam verantwortete Steuerung. Wir führen die digitale Transformation weiter und stärken die wirtschaftliche Unabhängigkeit als Basis für die publizistische Unabhängigkeit unserer Medien. Das ist ein Team-Projekt – darum danke ich allen im Haus, die sich täglich für die Marken der gesamten Spiegel-Gruppe engagieren.“

 

Die neue Geschäftsführungs-Runde des „Spiegel“ im Überblick
Thomas Hass, 60, steht seit 2015 an der Spitze der Spiegel-Gruppe. Er ist seit über 30 Jahren im Unternehmen und hat die erfolgreiche Transformation des Hauses in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt. Als Geschäftsführer des „Spiegel“-Verlags trägt er die Gesamtverantwortung.

 

Martina Hoyer, 50, ist seit April 2025 Leiterin Finanzen der Spiegel-Gruppe. Sie kommt von Gruner + Jahr / RTL Deutschland, wo sie den Bereich Investitionen und Beteiligungen verantwortete, und bringt umfassende Erfahrung in Finanzsteuerung und strategischer Planung mit. Als Chief Financial Officer (CFO) wird sie neu neben der Finanzabteilung mittelfristig weitere Geschäftsführungsaufgaben, etwa bei Spiegel TV, übernehmen.

 

Jennifer Lachman, 44, wird Chief Operating Officer (COO) mit einem Schwerpunkt auf der Entwicklung der Spiegel-Gruppe. Sie wird neben der Personalabteilung auch die Verantwortung für Spiegel Media übernehmen. Lachman bleibt zudem Geschäftsführerin des manager-magazin-Verlags, wo sie seit 2019 die digitale Transformation von „manager magazin“ und „Harvard Business manager“ vorantreibt. Die gelernte Journalistin war zuvor bei Xing, der „Financial Times Deutschland“ und den Gruner-+-Jahr-Wirtschaftsmedien tätig.

 

Christoph Zimmer, 49, wird Chief Product Officer (CPO) und übernimmt die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Angebote der Gruppe gemeinsam mit der Chefredaktion sowie die Bereiche Produkt, Vertrieb und Herstellung. Zimmer kam 2022 zur Spiegel-Gruppe und hat seither die Erweiterung des Angebots geprägt. Er bleibt Geschäftsführer von „11Freunde“. Er war vor seinem Wechsel zur Spiegel-Gruppe Chief Product Officer bei der Schweizer Tamedia/TX Group.

 

Die IT-Abteilung unter der Leitung von Sven Rathjen berichtet vorerst direkt an Christoph Zimmer und Thomas Hass. Die Leitung der Spiegel TechLab, die als Tochtergesellschaft für die Web- und App-Entwicklung sowie das digitale CMS verantwortlich ist, berichtet bis auf Weiteres weiterhin an Christoph Zimmer und Sven Rathjen.

 

 

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