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KNA

„Süddeutsche Zeitung“ verlässt Online-Plattform X

Die SZ folgt zahlreichen anderen Medienhäusern und verlässt die Online-Plattform X. Grund dafür sei die zunehmende Verrohung dort. Ganz endgültig ist der Abschied unter Umständen aber nicht.

München (KNA) – Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) stellt ihre Aktivitäten auf der Online-Plattform X ein. Am Dienstag postete das Medienhaus über das offizielle Profil eine Abschiedsnachricht: „Dies ist vorerst unser letzter Post auf X und wir stellen den Betrieb dieses Kanals ab sofort ein.“ Die Redaktion begründet den Schritt mit der zunehmenden Verrohung der Plattform, die einen konstruktiven öffentlichen Dialog nicht mehr möglich mache.


Man wolle die Entwicklung aber weiter beobachten und behalte sich vor, die Entscheidung bei veränderten Umständen zu überdenken, so die „SZ“ weiter. Die Nutzer verweist das Medienhaus stattdessen auf die Angebote auf anderen Onlineplattformen wie Instagram, TikTok, LinkedIn oder WhatsApp.

 

Kritik an diskriminierenden Inhalten

Seit der Übernahme der Plattform durch den US-Milliardär Elon Musk 2022 haben zahlreiche Medien, Unternehmen, Institutionen und Prominente ihre Aktivitäten auf der Plattform eingestellt. X, ehemals Twitter, steht seit Musks Übernahme vor allem wegen mangelnder Moderation von extremistischen, antisemitischen und anderen diskriminierenden Inhalten in der Kritik. Forscher hatten außerdem Hinweise gefunden, dass die Plattform rechtsextremen Inhalten über ihre Algorithmen gezielt höhere Reichweiten verschaffe.

 

Ende vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission ein Bußgeld über 120 Millionen Euro gegen X verhängt, weil sich die Plattform nicht an die EU-Digitalgesetze halte. Die Kommission wirft X unter anderem mangelnde Transparenz vor. Eine weitere Ermittlung läuft wegen sexualisierter Deepfakes durch das plattformeigene KI-System Grok. Dieses hatte auf Anweisung von Nutzern künstlich generierte Nacktbilder von anderen Nutzern erstellt, darunter auch von Minderjährigen. Wegen dieser Vorwürfe hatte Anfang Februar die französische Polizei die Pariser Geschäftsräume von X durchsucht und Elon Musk zu einer Vernehmung vorgeladen.

 

 

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