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KNA

Thomas Düffert: Medienpolitik ist für Presse „Transformationsrisiko“

Der Chef der Madsack Mediengruppe übt scharfe Kritik an der deutschen Medienpolitik. Sie unterstütze die Branche nicht beim digitalen Umbau, sondern lege ihr noch Hindernisse in den Weg.

Hannover (KNA) – Die deutsche Medienpolitik ist nach Ansicht einer der wichtigsten deutschen Verlagschefs „ein echtes Transformationsrisiko“ für die Pressebranche. Die Verlage würden beim digitalen Umbau von der Politik nicht unterstützt, sondern im Gegenteil durch rechtliche und bürokratische Hürden noch behindert, sagte der Vorstandsvorsitzende der Madsack Mediengruppe, Thomas Düffert, am Donnerstag zum Auftakt des „The Future of German Media“-Kongresses in Hannover.

 

„Von der Medienpolitik wird unternehmerische Kraft unterbunden“, so Düffert. Die Branche könne in dieser entscheidenden Zeit für die Digitalisierung nicht auf die Medienpolitik zählen. Die Verlage dürften „nicht damit rechnen, dass die Politik uns hilft“, sondern müssten sich auf sich selbst verlassen, so Düffert weiter. Seine Hauptkritikpunkte sind der Mindestlohn, der die Zustellung der gedruckten Zeitungen erschwere, das Mehrwertsteuerprivileg der Deutsche Postund Auflagen beim Telefonmarketing.

 

Aufruf zu mehr Kooperation

Der Chef eines der größten deutschen Regionalzeitungsverlage rief die Branche zu mehr Zusammenarbeit auf. „Gemeinsam drucken, zustellen, bei der Logistik, bei der IT – je enger wir zusammenarbeiten, desto mehr Freude werden wir haben“, sagte Düffert. Es mache keinen Sinn, sich bei der Technik gegenseitig Konkurrenz zu machen: „Es ist keine Schwäche, auch im Digitalbereich mit anderen Medienunternehmen zu kooperieren.“

 

Düffert plädierte auch für mehr Risikobereitschaft: „Wir brauchen etwas mehr Mut als zuletzt, Prioritäten zu setzen und Dinge loszulassen, an die wir uns so schön gewöhnt haben“, sagte der Madsack-Chef: „Eigentlich ist alles da: Wir haben hohe Kompetenz, sind relevant und haben vertrauenswürdige Marken.“

 

Die Madsack Mediengruppe ist eine der größten Regionalzeitungsgruppen in Deutschland. Mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland liefert der Konzern nicht nur die überregionalen Inhalte für seine 23 eigenen Tageszeitungen, sondern beliefert auch viele andere Blätter.

 

 

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