Recht
KNA

Islamist verklagt Disney in Österreich wegen Doku – ohne Erfolg

Haben islamistische Straftäter ein Recht darauf, dass Medien ihre Wohnadresse nicht nennen? Nicht unbedingt, urteilte nun ein Gericht in Österreich in einem skurrilen Fall – bei dem auch Taylor Swift eine Rolle spielt.

Wien (KNA) – In Österreich ist ein verhinderter islamistischer Attentäter am Mittwoch mit einer Klage gegen das Medienunternehmen Disney abgeblitzt. Der Mann, der im Sommer 2024 einen Anschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert in Wien verüben wollte, hatte den Konzern wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte verklagt. Das zuständige Gericht wies die Klage aber zurück.

 

Der ungewöhnliche Fall sorgte schon im Vorfeld für Verwunderung. Weil Disney das Elternhaus des Islamisten samt Straßennamen in einer Doku über den US-Superstar Swift gezeigt hatte, sah der 21-Jährige seine „Sicherheitsinteressen“ verletzt. Der Konzern habe die Adresse einem Millionenpublikum „auf dem Silbertablett“ serviert, so seine Anwältin.

 

Für den Disney-Anwalt war das nicht nachvollziehbar: Der Kläger, der im Mai zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde, habe sich durch den gescheiterten Anschlagsversuch selbst zum Teil der öffentlichen Debatte gemacht. Die Richterin sah das ähnlich und fügte mit Blick auf seine frühere Anschrift hinzu: „Der wohnt dort nicht, der hat seit zwei Jahren nicht mehr dort gewohnt und der wird auch die nächsten Jahre nicht dort wohnen.“

 

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