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Deutsche Presse-Agentur: Immer noch kein Nachfolger für Wolfgang Büchner

Noch immer gibt es offiziell keinen Nachfolger für Wolfgang Büchner bei der Deutschen Presse-Agentur.

Berlin - Auch wann eine neue Chefredakteurin oder ein neuer Chefredakteur bei der für Deutschlands Tageszeitungen wichtigen Nachrichtenagentur ernannt werden soll, mag ein Sprecher nicht benennen.

Büchner, der auch angeschlagen nicht gewillt ist, auf seinen Posten beim "Spiegel" von sich aus zu verzichten, tritt seinen Posten an der Ericusspitze offiziell zum 1. September an. Das dpa-Team ist aber so gut eingespielt, dass auch eine noch mehrwöchige Nicht-Berufung eines Nachfolgers für wenig Unruhe in den Abläufen sorgt, "wir kriegen das schon hin", sagt ein dpa-Redakteur zu Newsroom.de.

Wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber Newsroom.de erklärte, sei die "Neubesetzung der Stelle des dpa-Chefredakteurs Sache des dpa-Aufsichtsrates". Der sei in seinem "Findungsprozess" gut vorangekommen und werde die Entscheidung "kurz nach der Wahl" bekanntmachen.

Wann diese Wahl aber sei, könne er nicht nennen.

AP Weltnachrichten entstehen im alten dapd-Stammhaus

Sein Haus gut im Griff hat dpa-Geschäftsführer Michael Segbers. Noch bevor ein möglicher neuer Chefredakteur seine Stelle bei dpa in Kreuzberg antritt, hat er zwei wichtige Entscheidungen getroffen.

So arbeitet bereits seit Mitte August die bei der dpa angesiedelte Redaktion der deutschsprachigen AP Weltnachrichten im ehemaligen Stammhaus der im Frühjahr 2013 eingegangenen Nachrichtenagentur dapd in der Reinhardtstraße im Regierungsviertel. Vorausgegangen war das Angebot der AP, die Redaktion AP Weltnachrichten als Untermieter in den Räumen aufzunehmen.

Wie die Schweizerische Depeschenagentur (sda) sollen die AP Weltnachrichten ab Anfang 2014 dann, wenn in Europa Nacht ist, im australischen Sydney redigiert werden. In Sydney kommen die AP Weltnachrichten bei der australischen Nachrichtenagentur AAP unter, dort sitzt auch AP. Wie das Büro in Australien besetzt wird, ob mit ständigen Mitarbeitern oder mit Redakteuren, die regelmäßig von Deutschland entsandt werden, ist aktuell noch Thema von Diskussionen.

Eine Verlagerung der dpa-Nachtbesetzung, die im Newsroom in Berlin unter anderem den dpa-Basisdienst produziert, ist nicht geplant, so ein Sprecher.

Corporate-Publishing-Engagement in der Kritik

Ein anderes Thema, das in einigen deutschen Verlagen für Unruhe sorgt, ist das Engagement von dpa im Bereich Corporate Publishing. Dafür ist dpa eine Kooperation mit dem Medien-Dienstleister Raufeld Medien eingegangen, der kürzlich das Stadtmagazin "Tip" vom Berliner Verlag übernommen hat. In einer Presseaussendung hatte Michael Segbers erklärt, dpa habe mit "Raufeld Medien einen idealen Partner" gefunden.

Das Engagement der Deutschen Presse-Agentur, die über ein Genossenschaftsmodell Zeitungsverlagen und dem Rundfunkanstalten gehört, kommt aber nicht bei allen Gesellschaftern gut an. Gegenüber Newsroom.de erklärte ein Verleger: "Wir werden das genau beobachten, die sollen uns keine Konkurrenz machen."

Bei der Deutschen Presse-Agentur sieht man die Sache anders: "Für uns steht außer Frage, dass wir in diesem Bereich völlig im Sinne unserer Gesellschafter handeln und keineswegs gegen ihre Interessen."

Bülend Ürük