Unternehmen
Newsroom

Nachrichtenagentur Associated Press: Weniger Umsatz, weniger Mitarbeiter

Der Umsatz sinkt schon im vierten Jahr in Folge, die Zahl der Mitarbeiter auch - die US-Nachrichtenagentur Associated Press, Partner der Deutschen Presse-Agentur, konnte 2012 aber auch ihren Nettoverlust deutlich reduzieren. Vor allem, weil sie sich von Mitarbeitern trennte.

Salzburg - Wie das Unternehmen am Montag in New York mitteilte, ging der Umsatz 2012 auf 622,2 Millionen Dollar zurück, 2011 hatte die Nachrichtenagentur noch 627,6 Millionen Dollar erwirtschaften. Der Nettoverlust 2012 beträgt 25,6 Millionen Dollar. Im Vorjahr waren das noch wegen vorsorglichen Sonderentnahmen 168 Millionen Dollar.

Wie Finanzchef Ken Dale erklärte, habe AP eigentlich auf ein Umsatzplus von zwei Prozent gehofft - gerade weil 2012 die Olympischen Spiele in London und die US-Präsidentschaftswahlen stattgefunden hätten. Jedoch sei die Nachfrage nach Nachrichten von diesen Ereignissen niedriger als im Jahr 2008 gewesen.

 

Der Umsatz der Nachrichtenagentur Associated Press ist im vierten Jahr in Folge rückläufig.

 

Schrieben, fotografierten, arbeiteten 2011 noch 3473 Frauen und Männer für AP, waren es Ende 2012 lediglich noch 3259 Mitarbeiter - ein Minus von sechs Prozent.

Associated Press ist ähnlich wie die Deutsche Presse-Agentur genossenschaftlich organisiert, AP-Eigentümer sind 1400 US-Zeitungen. Allerdings - die US-Zeitungsbranche trägt nur noch etwa 20 Prozent zum AP-Umsatzes bei.

Obwohl AP die Kosten für die Zeitungsverlage reduziert hat, haben mehrere Zeitungen die Dienste der Traditionsagentur abbestellt - neben dem früheren Weltblatt "Chicago Tribune" kommen nun auch die "Baltimore Sun", "Orlando Sentinel", "South Florida Sun-Sentinel", "Hartford Courant", "Morning Call of Allentown", Pennsylvania, und "Daily Press of Newport News", Virginia ohne AP-Nachrichten aus.

Als Wachstumsmärkte betrachtet AP die Bereiche Foto und Video, in diesen Feldern konnten die Erlöse deutlich gesteigert werden. Der seit 2012 amtierende AP-Chef Gary Pruitt will zudem in Krisengebieten verstärkt auf Nachrichten setzen, die von den Nutzern direkt erstellt werden.

Auch setzt AP auf Datenjournalismus, ähnlich wie die "Berliner Morgenpost" (Axel-Springer-Verlag), die soeben einen beeindruckenden Flugroutenradar im Netz veröffentlicht hat.

Bülend Ürük

Auf dem Markt der Nachrichtenagenturen passiert unheimlich viel. Sie haben Informationen, Tipps, Themen? Ihre Einschätzungen - natürlich auch vertraulich - bitte per Mail direkt an chefredaktion@newsroom.de. Nachrichten über WhatsApp erreichen uns über 0049-176-38928791, auf Twitter erreichen Sie uns unter Newsroom_News sowie buelend.