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KNA

CNN verklagt KI-Firma Perplexity wegen Streit ums Urheberrecht

Nachdem sich der Nachrichtensender CNN und die KI-Firma Perplexity nicht auf ein Lizenzmodell einigen konnten, hat der Sender Klage wegen der Verletzung seiner Urheberrechte eingereicht. Perplexity hält dagegen.

Atlanta (KNA) – Der Nachrichtensender CNN hat die KI-Firma Perplexity wegen Urheberrechtsverletzung verklagt. Es ist eine von mehreren Klagen von Verlagen und Medienunternehmen gegen KI-Unternehmen, aber die erste eines großen Fernsehsenders.

 

Bislang fahren Medienunternehmen hier oft eine zweigleisige Strategie. Es geht ihnen um faire Entschädigung für die Nutzung ihrer Inhalte durch Chatbots und KI-Werkzeuge. Einige vergeben Lizenzen für die Nutzung von Inhalten.

 

In der Ende Mai in New York eingereichten Klage von CNN heißt es: „Das Verhalten von Perplexity verletzt die ausschließlichen Rechte von CNN nach dem US-amerikanischen Urheberrechtsgesetz (Copyright Act) in zwei wesentlichen Phasen: Erstens in der Eingabephase: Perplexity durchsucht, extrahiert, kopiert und verbreitet rechtswidrig Inhalte von CNN von den digitalen Plattformen von CNN sowie von Plattformen Dritter.“

 

CNN-Inhalte in Echtzeit

Hierfür nutze das Unternehmen Softwareprogramme, darunter „PerplexityBot“ und „Perplexity-User“, um einen KI-orientierten Suchindex (AI-First Search Index) aufzubauen und CNN-Inhalte in Echtzeit als Eingabedaten für große Sprachmodelle (LLMs) bereitzustellen, damit diese Antworten auf Nutzeranfragen formulieren können.

 

Die zweite Rechte-Verletzung erfolge in der Ausgabephase, so die Klage: „Die generativen KI-Produkte (GenAI Products) von Perplexity erzeugen Inhalte, die mit den Inhalten von CNN identisch oder ihnen wesentlich ähnlich sind.“ Nach vorliegenden Informationen habe Perplexity rechtswidrig mehr als 17.000 CNN-Artikel, Videos, Bilder und andere Werke kopiert, um damit seine Produkte und Werkzeuge zu füttern.

 

Verletzung der Markenrechte

Zusätzlich zu diesen mutmaßlichen Urheberrechtsverletzungen verletzt Perplexity nach Auffassung von CNN auch die Markenrechte des Senders, da Perplexity fälschlicherweise eine Verbindung oder Zusammenarbeit mit CNN suggeriere. So erzeugten die generativen KI-Produkte von Perplexity erfundene Inhalte, in denen behauptet werde, Nutzer könnten gegen Bezahlung ein Upgrade erwerben und dadurch Zugang zu Premium-Inhalten von CNN erhalten, obwohl eine solche Möglichkeit nicht existiere. Auf diese Weise verwende Perplexity unrechtmäßig die bekannten und eingetragenen Marken von CNN.

 

Ein Sprecher von CNN sagte: „Die Klage von CNN steht für die Auffassung, dass Perplexity AI, ein Unternehmen mit einem Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar, nicht von denjenigen stehlen sollte, die die Originalinhalte erstellen, die Perplexity ausnutzt.“ Es sei häufig gefährlich und teuer, diese Inhalte zu produzieren. „Kommerzielle Anbieter können und müssen dafür bezahlen, diese Inhalte zu nutzen“, so CNN.

 

Perplexity: Kein Urheberrecht bei Fakten

Jesse Dwyer, Chief Communications Officer von Perplexity AI, hält dagegen: „Man kann Fakten nicht urheberrechtlich schützen.“ Das klingt, als gebe es aus Sicht von Perplexity kein Urheberrecht für Journalismus.

 

Die Klage hat eine Vorgeschichte: CNN hatte im vergangenen Jahr versucht, eine Vereinbarung über die Nutzung seiner Inhalte mit Perplexity AI zu schließen. Die beiden Unternehmen hatten sich jedoch nicht einigen können. Gerade wegen dieser Verhandlungen habe Perplexity aber gewusst, „dass es nicht berechtigt war, auf Inhalte von CNN zuzugreifen oder dessen Marken oder Dienstleistungszeichen zu verwenden“, argumentiert CNN jetzt in der Klage.

 

CNN nicht gegen Nutzung von KI

Der Sender betonte in einer Stellungnahme außerdem, dass man „die Möglichkeiten, die KI schafft, aktiv begrüßt“ und mit anderen KI-Unternehmen auch „mehrere kommerzielle Partnerschaften und Vereinbarungen bestehen“.

 

In Deutschland arbeitet unter anderem der „Spiegel“ mit Perplexity zusammen. Vor zwei Jahren wurde eine auf drei Jahre ausgelegte „Produktpartnerschaft“ zu „gemeinsamem Lernen“ gestartet. Die „Spiegel“-Inhalte „sollen auf der Plattform von Perplexity sichtbarer werden, wobei wir entscheiden, welche Inhalte wir Perplexity zur Verfügung stellen. Unsere Inhalte werden nicht in das Training eines Sprachmodells einfließen“, so der „Spiegel“. Man erhalte dafür einen Anteil an den mit den „Spiegel“-Inhalten auf der Plattform von Perplexity AI erwirtschafteten Werbeeinnahmen.

 

 

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