Vermischtes
Newsroom – Georg Taitl

DJV Hessen widerspricht hr-Darstellung im Restitutionsstreit

Der Verband fordert eine lückenlose Aufklärung und die Umsetzung eines Fünf-Punkte-Plans der Loge.

Wiesbaden – Der DJV Hessen begrüßt die Gesprächsbereitschaft des Hessischen Rundfunks (hr) im Restitutionsstreit mit der B’nai B’rith Loge. Zugleich widerspricht der Verband der Darstellung, wonach neue Fakten aufgetaucht seien. Nach Angaben des DJV Hessen liegen dem Sender seit zwei Jahren Fakten und Forderungen zur Aufarbeitung vor.


Die Hinweise auf einen möglichen Restitutionsbetrug stammten nach Angaben von Logenpräsident Ralph Hofmann aus Recherchen aus dem Jahr 2024 für ein Buch über die Geschichte der Loge. Hofmann äußerte sich dazu bei einer Pressekonferenz am 25. September.


Die von der Loge als neutrale Gutachterin hinzugezogene Historikerin Andrea Schneider-Braunberger habe den Fall recherchiert, nach Angaben des DJV Hessen jedoch ebenfalls keinen Zugang zu den hauseigenen Akten des hr erhalten. Der Verband kritisiert deshalb die Forderung des Senders nach einem weiteren neutralen Gutachter.


Nach der Veröffentlichung des Falls durch das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ Mitte September habe der hr reagiert, die Vorwürfe zunächst jedoch weiter verharmlost und dementiert, so der DJV Hessen. Der Verband schloss sich nach eigenen Angaben den fünf Forderungen der Loge nach Aufklärung und öffentlicher Aufarbeitung an.


Der DJV Hessen sieht den öffentlich-rechtlichen und beitragsfinanzierten Sender bei der Aufarbeitung seiner eigenen Geschichte in einer besonderen Verantwortung. Falls die Loge nach dem bisherigen zweijährigen Prozess auch finanzielle Forderungen stelle, liege die Verantwortung für einen möglichen Beitragsschaden bei den Verantwortlichen, heißt es.


In diesem Zusammenhang verweist der Verband auch auf den Rücktritt von Daniel Neumann aus dem Aufsichtsrat der hr-WerbungGmbH. Der DJV Hessen fordert weiterhin die Umsetzung des Fünf-Punkte-Plans der Loge sowie eine lückenlose Aufklärung.

 

 

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