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Erklären leicht gemacht: Was Journalistinnen und Journalisten über erfolgreiche Erklärformate wissen müssen

Erklären leicht gemacht: Was Journalistinnen und Journalisten über erfolgreiche Erklärformate wissen müssen Nea Matzen (FOTO: OLAF ROSENBERG)

Medientrainerin und Journalistin Nea Matzen zeigt, warum verständliche Erklärstücke für Redaktionen immer wichtiger werden. Von der richtigen Leitfrage bis zum fertigen Storyboard beschreibt sie, wie journalistische Erklärformate Orientierung schaffen, Vertrauen stärken und das Publikum langfristig binden können.

Berlin – Warum bleiben Sterne am Himmel und fallen nicht herunter? Mit dieser Kinderfrage eröffnet Medientrainerin Nea Matzen ihre „Journalisten-Werkstatt“ „Erklären leicht gemacht“ über erfolgreiche Erklärformate – und trifft damit den Kern modernen Journalismus. Denn Erklärstücke beantworten nicht nur Fragen, sie schaffen Orientierung, Vertrauen und Bindung an journalistische Marken. In Zeiten von Informationsflut, KI-Antworten und schwindender Aufmerksamkeit werde verständliches Erklären zur zentralen Kompetenz von Redaktionen, argumentiert Matzen. Wie gute Erklärformate entstehen und worauf Journalistinnen und Journalisten dabei achten sollten, zeigt sie unter anderem in zehn Schritten:

 

1. Erzählidee: Entwickeln Sie zuerst eine zielgruppengerechte Leitfrage.
2. Recherche: Sammeln Sie Fakten, sortieren Sie sie nach Wichtigkeit, legen Sie ein Rechercheprotokoll mit allen Quellen an.
3. Kernaussagen: Formulieren Sie Ihr Rechercheergebnis in wenigen Sätzen, die Grundlage für Ihr Storyboard sind.
4. Textaufbau: Legen Sie die logische Abfolge der Sinnabschnitte fest.
5. Visuelle Ebene: Planen Sie für jede Säule mindestens ein passendes Bild oder ein grafisches Element ein. Arbeiten Sie so früh wie möglich mit einem Grafiker oder einer Grafikerin zusammen, falls Ihr Verlag oder Sender diese Arbeitsteilung ermöglicht. Wenn eine Aussage länger ist, muss der Text von einer Bildfolge oder Animation begleitet werden. Je mehr die Bilder aussagen, desto weniger Text wird gebraucht. Aber Text und Zahlen dienen dazu, Fakten zu etablieren.
6. Fact-Checking: Prüfen Sie die Aussagen und die Text-Bild-Stimmigkeit. Nutzen Sie das Vier-Augen-Prinzip.
7. Storyboard: Arbeiten Sie mit dem Raster Position, Text, Bildidee, gegebenenfalls Atmo/Musik. Denken Sie bei Videos in Sequenzen; bei Storys und Karussells in Kombinationen aus Bild und Overlay-Text. Passen Sie die Textlängen an. Je nach Format und Ausspielweg legen Sie den passenden Schnittrhythmus fest sowie die Effekte (zum Beispiel Animation, Zoom, eventuell Schwenks).
8. Feinschliff: Lesen Sie den Text laut und passen Sie die Sprache an die Zielgruppe an. Streichen Sie Füllwörter, optimieren Sie die Überleitungen.
9. Produktion: Text- und Bildebene sind untrennbar miteinander verbunden. Jeder Strang trägt eigene Informationen, nur in der Kombination entsteht ein stimmiges Ganzes. In großen Redaktionen übernehmen die Profis für den jeweiligen Bereich diese Aufgaben. Wer diese Ressourcen nicht hat, aktiviert beide Gehirnhälften und lässt das eigene Know-how zusammenfließen.
10. Endabnahme: Setzen Sie kluges, gut begründetes Feedback um.

 

  • Wichtige Elemente
  • Acht Erzählformen für Erklärvideos
  • Planung mit Storyboard
  • Tools & Technik
  • Ausgezeichnete Formate
  • „Immer wieder Aha-Momente“
  • Erklären auf Social Media
  • Von der Maus lernen
  • Checkliste

Zur „Journalisten-Werkstatt“ „Erklären leicht gemacht“

 


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