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Jochen Wegner fordert Klagen gegen KI-Unternehmen

Jochen Wegner fordert Klagen gegen KI-Unternehmen Jochen Wegner (Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

Bei der „Zeit“ kommt KI schon zum Einsatz, zum Beispiel bei der Digitalisierung der NSDAP-Akten. Der Chefredakteur will die Technologie umarmen, fordert aber gleichzeitig eine härtere Gangart gegen KI-Konzerne.

München (KNA) – Der Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, Jochen Wegner, fordert eine härtere Gangart gegen KI-Unternehmen. Bei einer Podiumsdiskussion über digitale Souveränität bei den Medientagen München sagte Wegner am Mittwoch, es sei nötig, alle KI-Unternehmen für ihren Datendiebstahl zu verklagen. Gleichzeitig sei es aber wichtig, nicht nur über Regulierung zu sprechen, sondern die Technik im Journalismus auch produktiv einzusetzen.


Er wisse gar nicht so genau, warum es der „Zeit“ gelungen sei, über alle technischen Transformationen hinweg zu wachsen. Es sei davon überzeugt, dass es klassische Medien auch in fünf Jahren noch geben werde, sofern es gelingt, KI im Journalismus sinnvoll einzusetzen. Dabei seien Regulierung, Schutz gegen Datendiebstahl und Klagen gegen Konzerne zwar wichtig, aber kein Journalismus und kein Geschäftsmodell.

 

„KI umarmen“

Wegner verwies auf das „Zeit“-Projekt, bei dem mithilfe von Künstlicher Intelligenz die NSDAP-Mitgliedsakten digital verfügbar gemacht worden seien. Wegner ist überzeugt, dass KI viele Berufsfelder im Journalismus grundlegend verändern werde: „Jeder Journalist bekommt einen Zoo an Helferlein. Etwa zehn Prozent der Menschen fangen gerade an, damit rumzuspinnen. Und wir umarmen das.“

 

Gleichzeitig bleibe der menschliche Austausch zwischen Journalisten und Nutzern wichtig, so Wegner: „Ich will ja auch beim Arzt, dass er jede KI nutzt, die ihm zur Verfügung steht. Aber die Diagnose will ich trotzdem mit einem Menschen besprechen.“ Auf digitalen Plattformen wie Tiktok erreiche die „Zeit“ zwar inzwischen ein Millionenpublikum. Es seien aber die digitalen Abos und damit die direkte Beziehung zu den Nutzern ohne Dritte, auf die es ankomme.

 

 

 

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