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KNA

Nathalie Wappler führt Medienrat für ARD, ZDF und Deutschlandradio

Im Zuge der Rundfunkreform hat die Medienpolitik ein neues Aufsichtsgremium geschaffen. Der Medienrat soll im Auge behalten, ob die Öffentlich-Rechtlichen ihren Auftrag erfüllen. Nun ist klar, wer ihn anführen wird.

Weimar (KNA) – Die Schweizer Medienmanagerin und bisherige Direktorin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks der Deutschschweiz (SRG), Nathalie Wappler, wird Vorsitzende des neuen Medienrats für ARD, ZDF und Deutschlandradio. Stellvertretende Vorsitzende ist Jeanette Hofmann, Politikwissenschaftlerin und Professorin für Internetpolitik an der FU Berlin.


Das beschlossen die Mitglieder des Gremiums am Dienstag bei der konstituierenden Sitzung. Der Medienrat wurde durch den Rundfunkstaatsvertrag neu geschaffen und ergänzt die bisherigen Aufsichtsgremien innerhalb der Rundfunkanstalten. Er soll übergeordnet prüfen, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland seinen Auftrag erfüllt. Der Rat soll aber auch aktiv Impulse für die Weiterentwicklung und Qualität der öffentlich-rechtlichen Angebote geben.

 

„Unsere Ambition und unser Auftrag ist es, die Transformation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch unabhängige Expertise und strategische Impulse zu begleiten, Debatten anzustoßen und einen Beitrag zur Qualitätssicherung zu leisten“, umriss Wappler die konkrete Arbeit.

 

Dem Gremium gehören neben Wappler und Hofmann die Leipziger Kommunikationswissenschaftlerin Anne Bartsch, der Politikwissenschaftler Boris Alexander Kühnle von der Hochschule der Medien Stuttgart, die Journalistikprofessorin Annika Sehl von der Katholischen Universität Eichstätt sowie der ehemalige Verfassungsrichter und frühere saarländische Ministerpräsident Peter Müller an. Der Medienrat hat seinen offiziellen Sitz an der Bauhaus-Universität Weimar.

 

Rückkehr nach Deutschland

Nathalie Wappler stammt aus der Schweiz und musste als SRG-Direktorin den eidgenössischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk jüngst gegen eine „Halbierungsinitiative“ verteidigen, die eine drastische Reduzierung des Rundfunkbeitrags in der Schweiz durchsetzen wollte. Bei der entsprechenden Volksabstimmung stimmten am 8. März aber 62 Prozent der Wahlteilnehmer gegen den Antrag. Ihre Position beim SRG gibt Wappler Ende des Monats auf.

 

Auch im deutschen öffentlich-rechtlichen System kennt sich die 58-Jährige aus. Vor ihrer Rückkehr in die Schweiz hat sie unter anderem bei 3sat gearbeitet und war von 2016 bis 2019 Programmdirektorin beim Mitteldeutschen Rundfunk.

 

 

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