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Erfolg durch bessere Gespräche: Sieben Regeln

Erfolg durch bessere Gespräche: Sieben Regeln Attila Albert

Warum persönliche Gespräche trotz digitaler Kommunikation wichtig bleiben – Karrierecoach Attila Albert erklärt, wie einfache Veränderungen den Austausch verbessern können

Berlin – Gute Beziehungen zu anderen sind entscheidend für den persönlichen Erfolg, sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Doch gerade im Zeitalter der ständigen Kommunikation, heute oft digital (E-Mails, Chats, Sprachnachrichten), fällt es vielen schwer, geschickt mit anderen umzugehen. Sie fühlen sich unsicher in Gesprächen, verhalten sich dabei auch nicht immer besonders geschickt und vergeben damit wertvolle Gelegenheiten. Dabei können gute Gespräche schon für sich unterhaltsam und anregend sein, aber auch der Beginn einer engeren Beziehung. Hier einige einfache Wege, besser zu kommunizieren.


Ernst gemeinte Komplimente machen
In unserem Kulturkreis werden Komplimente seltener als anderswo gemacht, oft begegnet man ihnen mit Misstrauen („Nicht geschimpft ist genug gelobt“). Doch die meisten wünschen sich Anerkennung und Lob und freuen sich daher über angemessene, ernst gemeinte Komplimente. Sie werden glaubwürdig, wenn sie spezifisch sind, denn das zeigt, dass man sich mit seinem Gegenüber und dem, was es tut, beschäftigt hat. Beispiel: „Ihr habt wirklich immer spannende Titelgeschichten“, „Deine letzte Reportage hat mir wieder sehr gut gefallen“ – schon ist man im Gespräch. Ehrliche Anerkennung hört jeder gern.

 

Gemeinsamkeiten betonen
Da sich jeder gern verstanden und eingeschlossen fühlt, hilft es gerade zu Beginn eines Gespräches, Gemeinsamkeiten anzusprechen. Sie schaffen sofort eine Verbindung und eine beidseitig interessante Gesprächsgrundlage. Bereits einfache Übereinstimmungen genügen, die man mit einer kurzen Recherche (z. B. vorab aufs LinkedIn-Profil des anderen schauen) herausfindet. Beispiel: „Wie gefällt es dir jetzt in Berlin? Ich habe da auch mal gewohnt. Hast du dich schon eingelebt?“ Dagegen sollte man sich überlegen, welche Unterschiede man betonen möchte und ob das hilfreich ist, denn damit schafft man automatisch Abstand.

 

Mit offenen Fragen echtes Interesse zeigen
Beruflich tendieren Journalisten zu Suggestivfragen („Meinen Sie nicht auch, dass …?“) oder geben gleich Antwortmöglichkeiten mit, um das Gespräch zu lenken („Warum sind Sie nach Hamburg gezogen – wegen der Arbeit oder hatte das private Gründe?“). Das wirkt allerdings in persönlichen Gesprächen eher manipulativ und drängt den Gesprächspartner in eine Richtung, was den wenigsten angenehm ist. Echtes Interesse zeigt man durch offene Fragen, die vermitteln, dass man etwas erfahren und dazulernen, nicht möglichst schnell die eigene Agenda abhaken oder bereits bestehende Ansichten bestätigt haben will.

 

Als Antwort nicht direkt von sich sprechen
Eine häufige Angewohnheit ist es, auf das eben Gehörte nicht weiter einzugehen, sondern mit einem vergleichbaren eigenen Erlebnis zu antworten („Also, ich habe mal“, „Ich weiß noch, als ich …“). Oft steckt kein böser Wille dahinter, sondern Gedankenlosigkeit oder der Versuch, Verständnis und Mitgefühl zu zeigen, indem man ein passendes ähnliches Erlebnis einbringt. Auf den Gesprächspartner wirkt das allerdings bald desinteressiert und egozentrisch. Besser ist es, erst einmal einige Zeit beim aktuellen Thema zu bleiben, ehe man von sich redet, so lange das Gespräch insgesamt ungefähr ausgewogen verläuft.

 

Mit Folgefragen ans Gesagte anknüpfen
Soweit es nicht um eine reine Auskunft zu einer Sachfrage geht, besteht ein Dialog aus Rede und Gegenrede zu einem Thema. Das erfordert, an das eben Gehörte anzuknüpfen und mit eigenen Folgefragen zu antworten, anstatt das Thema zu wechseln oder von sich zu reden. Das erlaubt dem Gesprächspartner, inhaltlich in die Tiefe zu gehen, Ergänzungen und persönliche Aspekte anzubringen. Durch Folgefragen zeigt man, dass man das eben Gehörte nicht nur aufgenommen und verstanden hat, sondern es – und damit sein Gegenüber – so interessant fand, dass man gern ein wenig mehr wissen möchte.

 

Im Gespräch die volle Aufmerksamkeit widmen
Regelmäßig taucht für einen selbst in einem Gespräch eine Frage oder Erinnerung auf, will man etwas nachschauen, prüfen oder zeigen. Schon greift man zum Handy, es liegt ja heute fast immer schon vor einem, wenn man es nicht gleich in der Hand behält und unbewusst damit herumspielt. Auf den Gesprächspartner wirkt das allerdings so, als würde man ihn und das, was er sagt, wenig interessant finden oder sogar lieber ganz woanders sein. Ähnlich verhält es sich, wenn man ständig woanders hinsieht oder andere beobachtet (z. B. im Restaurant). Wer seinen Gesprächspartner respektiert, widmet ihm seine ungeteilte Aufmerksamkeit.

 

Mit schnellen Urteilen zurückhalten
Kritik und Zurechtweisungen sind bei uns wiederum sehr üblich, von Journalisten sowieso, auch wenn kaum einer sie gern empfängt. Wer sich damit zurückhalten kann, erfährt mehr von anderen, lernt mehr dazu und hat bessere Beziehungen. Dabei geht es nicht darum, seine Meinung zu unterdrücken, sondern darum, zuerst einmal zu versuchen, sein Gegenüber zu verstehen. Möglicherweise hatte er einen ganz anderen Lebensweg, wurde durch andere Erfahrungen geprägt, weiß manches vielleicht sogar besser. Seine Meinung kann man später immer noch anbringen, dann aber angemessen und möglichst nuanciert.

 

Zur vergangenen Kolumne: Karrierefaktor Image

 

Zum Autor: Attila Albert (geb. 1972) begleitet Medienprofis bei beruflichen Veränderungen. Er hat mehr als 25 Jahre journalistisch gearbeitet, u.a. bei der Freien Presse, bei Axel Springer und Ringier. Begleitend studierte er BWL, Webentwicklung und absolvierte eine Coaching-Ausbildung in den USA.

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