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Lutz Marmor - Ein Mann aus dem Hintergrund

Fast die Hälfte seines Lebens hat er für den Rundfunk gearbeitet, einem breiten Publikum ist Lutz Marmor dabei jedoch nicht bekannt geworden.

Köln (dpa) - Der 53-Jährige wirkte stets im Hintergrund von Hörfunk und Fernsehen - zuletzt als Verwaltungsdirektor des Westdeutschen Rundfunks (WDR), davor in gleicher Position beim Norddeutschen Rundfunk (NDR). Jetzt zieht es den gebürtigen Kölner möglicherweise wieder nach Hamburg. Der Parteilose, der als «unabhängiger Kopf» gilt, soll nach dem Willen des NDR- Verwaltungsrates neuer Intendant der Vier-Länder-Anstalt in Hamburg werden. Wenn der Rundfunkrat ihn an diesem Freitag wählt, wird er Nachfolger von Jobst Plog, der nach 17 Jahren ausscheidet.

Marmor war 1983 zum WDR gekommen, nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Köln, wissenschaftlichen Tätigkeiten und freiberuflicher Arbeit als Unternehmensberater. Von Anfang an beschäftigte er sich beim WDR mit den Finanzen des Senders und wurde binnen vier Jahren Abteilungsleiter für das Rechnungswesen. Mit der deutschen Wiedervereinigung ging Marmor 1991 zum neugegründeten Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) nach Potsdam - inzwischen fusioniert zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) - und leistete Aufbauarbeit.

Der nächste Wechsel folgte 1995, als Marmor Verwaltungsdirektor des NDR wurde. Dort koordinierte er seit 2002 auch die Kommunikation zwischen der ARD und der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF), die Vorschläge zur Höhe der Rundfunkgebühren macht. Als Marmor im vergangenen Jahr als Verwaltungsdirektor und stellvertretender Intendant von seinem Heimatsender WDR zurück nach Köln geholt wurde, lobte ihn der damalige Intendant Fritz Pleitgen als Kenner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: «Marmor genießt in der ARD hohes Ansehen.» Die inhaltliche Programmgestaltung gehörte dagegen bisher nicht zu Marmors Arbeitsschwerpunkten.

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