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Nahostkorrespondent Ulrich Tilgner lässt ZDF-Vertrag auslaufen

Im Schweizer «Migros-Magazin» äußerte er sich zudem kritisch über die Arbeitsbedingungen in Deutschland, wo er sich in seiner Arbeit zunehmend eingeschränkt sehe, «gerade auch was die Berichterstattung aus Afghanistan angeht, jetzt, wo dort deutsche Soldaten sterben».

Hamburg (dpa) - Der langjährige Nahostkorrespondent Ulrich Tilgner (60) hat seinen Vertrag als Leiter des ZDF-Büros in Teheran nicht verlängert und will verstärkt für das Schweizer Fernsehen (SF) berichten. Im Schweizer «Migros-Magazin» äußerte er sich zudem kritisch über die Arbeitsbedingungen in Deutschland, wo er sich in seiner Arbeit zunehmend eingeschränkt sehe, «gerade auch was die Berichterstattung aus Afghanistan angeht, jetzt, wo dort deutsche Soldaten sterben».

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender bestätigte am Dienstag, dass Tilgners Vertrag Ende März ausläuft. Dies bedeute jedoch nicht das Ende der Zusammenarbeit zwischen ihm und dem ZDF. Man sei im Gespräch, um eine neue Übereinkunft mit Tilgner für seine ZDF- Tätigkeit im Nahen und Mittleren Osten abzuschließen. Nach Brenders Worten besteht kein Zusammenhang zwischen der Personalie Tilgner und dem Wechsel der langjährigen RTL-Auslandskorrespondentin Antonia Rados (54) zum ZDF in diesem Frühjahr.

In dem Interview in der Schweiz sagte Tilgner, es gebe in Deutschland «Bündnisrücksichten», die sich in der redaktionellen Unabhängigkeit der Sender widerspiegelten. Gleichzeitig werde Politik immer mehr in Nischen verdrängt. «In der Schweiz hingegen sind Sendungen wie "Tagesschau" oder "10vor10" Institutionen.» Dort habe er noch keine Eingriffe in seine Arbeit erlebt. Tilgner berichtet seit 1982 sowohl für das ZDF als auch für das SF aus dem Nahen und Mittleren Osten. Für seine Berichterstattung über den Irakkrieg erhielt er 2003 gemeinsam mit Antonia Rados den Hanns-Joachim- Friedrich-Preis.