Vermischtes
KNA

Deutsche Welle rechnet mit weiterer Etatkürzung 2027

Die Deutsche Welle (DW) rechnet im nächsten Jahr mit einer weiteren Kürzung der Bundesmittel für den deutschen Auslandssender in Höhe von rund 17 Millionen Euro. Damit sei die Auftragserfüllung des deutschen Auslandssenders gefährdet.

Bonn (KNA) – Der Verwaltungsrat der Deutschen Welle (DW) rechnet mit weiteren Kürzungen der Bundesmittel für den deutschen Auslandssender. Wie das Gremium am Donnerstag in Bonn mitteilte, zeichne sich für 2027 erneut ein Rückgang um 16,9 Millionen Euro ab.


Bereits in diesem Jahr war der Etat von der Bundesregierung im Vergleich zum Vorjahr um zehn Millionen Euro reduziert worden, weshalb die DW aktuell ein Sparpaket in Höhe von 21 Millionen Euro umsetzt. Hierbei sind auch die steigenden Lohnkosten berücksichtigt. Anders als ARD, ZDF und Deutschlandradio finanziert sich die DW nicht aus dem Rundfunkbeitrag, sondern aus Steuermitteln des Bundes.


Für 2027 ist laut Verwaltungsrat ein Bundeszuschuss in Höhe von 425 Millionen Euro vorgesehen. Dies würde wieder dem Etat von 2025 entsprechen. Allerdings plane das Bundesfinanzministerium für 2027 laut dem jüngsten Eckwertebeschluss eine weitere Kürzung der sogenannten ODA-Mittel (Official Development Assistance). Hier soll das Staatsministerium für Kultur und Medien eine Kürzung von 16,9 Millionen Euro umsetzen.


Direkt auf DW umgelegt
„Diese Kürzung wird nach jetzigem Kenntnisstand direkt auf die DW umgelegt“, so der Verwaltungsrat. Damit könnte sich der Etat der DW 2027 auf nur 408,1 Millionen Euro belaufen.


„Der Verwaltungsrat der DW legt großen Wert darauf, dass die DW ihre Aufgaben wirtschaftlich und effizient erfüllen kann. Angesichts sich abzeichnender weiterer Kürzungen bei fortgesetzten Kostensteigerungen droht jedoch eine wachsende Lücke zwischen politisch formuliertem Auftrag und finanzieller Basis zur Erfüllung dieser Aufgabe“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Achim Dercks. „In schwierigen Zeiten müssen alle einen Beitrag leisten – doch die Verhältnismäßigkeit darf nicht verloren gehen.“


Die im Raum stehenden Kürzungen gefährdeten „die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags der DW – eine Aufgabe, die angesichts der geopolitischen Veränderungen sogar größer wird“, warnte Dercks. Durch Tarifsteigerungen ergäben sich zudem für die DW Mehrkosten von 10,8 Millionen Euro für 2026 und weitere 12,8 Millionen Euro im nächsten Jahr, deren Ausgleich durch den Bund zwar angestrebt, aber noch nicht gesichert sei, so der Verwaltungsrat.

 

 

 

Sie möchten aktuelle Medien-News, Storys und Praxistipps lesen – und sich über Jobs, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Deutschland informieren? Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter.

 

Sie haben Personalien in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Oder ist Ihnen in unseren Texten etwas aufgefallen, zu dem Sie sich mit uns austauschen möchten? Dann senden Sie Ihre Hinweise bitte an georg.taitl@oberauer.com.