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DuMont übernimmt „Kölnische Rundschau“ – Gewerkschaften warnen vor massivem Stellenabbau

Der Verlag des „Kölner Stadt-Anzeigers“ übernimmt bald auch die „Kölnische Rundschau“. Die soll trotzdem eigenständig bleiben. An den Plänen gibt es aber Kritik.

Köln (KNA) – Der Kölner Verlag DuMont übernimmt die Herausgeberschaft der Zeitung „Kölnische Rundschau“. Der Verlag des „Kölner Stadt-Anzeigers“ wird damit auch die redaktionelle Verantwortung des Blattes innehaben, wie DuMont am Donnerstag mitteilte. Nach Angaben der Gesellschaft war die „Rundschau“ für den bisherigen Herausgeber, den Heinen-Verlag, nicht mehr wirtschaftlich. Dessen Herausgeberschaft endet am 31. März.

 

„Rundschau“ und „Stadt-Anzeiger“ gehen nach Verlagsangaben bereits seit 1998 gemeinsame Wege. Bislang habe DuMont die Verlagsaktivitäten betreut, während der redaktionelle Teil von Heinen getragen wurde. Um die seit rund 80 Jahren existierende „Rundschau“ langfristig und eigenständig zu erhalten, werde die Tageszeitung in die regionale Struktur der Dachmarke Kölner Stadt-Anzeiger Medien eingebunden. Zu den DuMont-Produkten gehört unter anderem auch der Boulevard-Titel „Express“.

 

Auf allen Kanälen

Ziel von DuMont sei es, das Produkt in Print und digital weiterzuführen. Neben der Zeitung werden demnach auch die Heinen-Anteile an der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft übernommen, die den Großteil der lokalen Inhalte beider Zeitungen produziert.

 

DuMont-CEO Christoph Bauer betonte, die „Rundschau“ sei eine wichtige Stimme in der Region. „Wir stellen jetzt die Strukturen bereit, damit sie ihre publizistische Rolle auch in Zukunft stark und erfolgreich wahrnehmen kann.“ Innerhalb der Stadt-Anzeiger Medien sei dafür etwa ein eigener Chefredakteur für die „Rundschau“ vorgesehen.

 

Kritik von DJU und DJV

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) in der Gewerkschaft Verdi übte Kritik an den Plänen. Bis Ende März sollen laut DJU 50 Stellen der „Kölnischen Rundschau“ gestrichen werden. „Die Kaltblütigkeit der Geschäftsführung von DuMont und des ehemaligen BDZV-Präsidenten Helmut Heinen ist erschreckend“, so DJU-Covorsitzender Lars Hansen. Zudem befürchte man ein Ende der Eigenständigkeit der Zeitung.

 

DuMont wies die Vorwürfe auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zurück. Es würden keine Kündigungen durch den neuen Verlag ausgesprochen. Vielmehr verwies eine Sprecherin auf neue digitale Projekte im Verbreitungsgebiet, die insgesamt rund 30 neue Stellen schaffen sollen.

 

Der Deutsche Journalisten-Verband NRW hat indes ebenfalls Bedenken. Laut dem Landesverband würden durch eine Schließung der „Rundschau“ mindestens 30 Journalisten ihren Job verlieren. „Das ist nicht nur für die Kolleg:innen, die quasi über Nacht ihre Lebensgrundlage verlieren, ein schwerer Schlag, sondern auch für die Medienmetropole und Millionenstadt Köln“, sagte Andrea Hansen, Vorsitzende des DJV-NRW. Der Verband appellierte an DuMont, seiner publizistischen Verantwortung gerecht zu werden und eine zweite unabhängige Lokalredaktion zu erhalten. Auch den Heinen-Verlag erinnerte der DJV an seine Verantwortung für die Mitarbeiter.

 

 

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